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Compliance-Vergehen: Mehr als die Hälfte der Führungskräfte fürchtet finanzielle Risiken

16.07.2010
Hohe dreistellige Millionenstrafen, wie sie auch Dax-Konzerne im Zuge von Korruptionsaffären und Kartellverfahren zahlen mussten, haben die deutsche Wirtschaft nachhaltig wachgerüttelt.

54 Prozent der Compliance-Verantwortlichen geht es daher vor allem darum, ihr Unternehmen vor finanziellen Risiken zu schützen. Die Furcht vor empfindlichen Strafzahlungen und ausbleibenden Aufträgen rangiert dabei noch vor der Angst um den guten Ruf an sich. Das sind Ergebnisse der Potenzialanalyse Compliance von Steria Mummert Consulting.

„Die aktuellen Fälle zeigen, dass Non-Compliance Folgen auslösen kann, mit denen selbst die führenden Unternehmenslenker nicht gerechnet haben“, sagt Bernd Michael Lindner, Compliance-Experte bei Steria Mummert Consulting. Vor allem die Finanz- und Ertragslage kann durch Compliance-Schäden so massiv beeinträchtigt werden, dass ein Unternehmen möglicherweise sogar in seiner Existenz bedroht ist.

Welche finanziellen Folgen ein Compliance-Vergehen haben kann, musste nach einem Händlerskandal jüngst auch eine französische Großbank schmerzlich erfahren. Nicht nur, dass alle drei großen Ratingagenturen mit ihren Abstufungen die Refinanzierungskosten hochtrieben, auch der Aktienkurs des Instituts brach dramatisch ein. Nachdem der Skandal öffentlich geworden war, verlor das Unternehmen binnen Jahresfrist fast 72 Prozent an Börsenwert. Es verwundert daher nicht, dass Banken und Versicherungen im Vergleich mit anderen Branchen dem Schutz vor finanziellen Risiken eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung beim Thema Compliance zusprechen.

Auch wenn die Wahrung der Reputation in der Bedeutung für Compliance-Maßnahmen bei den Verantwortlichen gegenüber der Abwehr finanzieller Risiken etwas abfällt, sind beide Ziele nicht wirklich voneinander zu trennen. Gerade langfristig kann ein Reputationsverlust finanzielle Schäden nach sich ziehen, die mögliche Sofortbelastungen durch Bußgelder oder freiwillige Zahlungen an wohltätige Organisationen deutlich übertreffen. „Unternehmen ist daher zu empfehlen, sich eingehend mit dem Thema Compliance zu beschäftigen, Zeichen zu setzen und ein professionelles Compliance-Management-System aufzubauen“, sagt der Experte Bernd Michael Lindner von Steria Mummert Consulting.

Jörg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

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