Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch chronische Schmerzen lassen sich lindern

03.03.2011
„Der Schmerz“: Studie belegt Erfolg spezialisierter Schmerztherapie

Gute Nachrichten für Patienten mit chronischen Schmerzen: Die Annahme, ab einem gewissen Grad der Chronifizierung könne man solchen Patienten nicht mehr helfen, hat sich als unzutreffend erwiesen.

Eine Analyse des Therapieerfolgs von über 1.400 Patienten hat ergeben, dass auch diese Patienten durch eine spezialisierte Schmerztherapie eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden erfahren und an Lebensqualität gewinnen. Rund die Hälfte der behandelten Patienten in Schmerzzentren oder -praxen bewertete den Erfolg ihrer Therapie als gut oder sehr gut – unabhängig vom Grad der Chronifizierung.

Die Forscher berichten in „Der Schmerz“, dem offiziellen Organ der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS).

Bisher herrschte Pessimismus

Spezialisten sprechen von chronischem Schmerz, wenn der Schmerz seine Warnfunktion verloren hat und als eigenständige Erkrankung über längere Zeit weiter besteht. Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund zehn Millionen Menschen von chronischem Schmerz betroffen. Je nachdem wie lange der Schmerz schon besteht, welche Medikamente der Patient einnimmt und welche „Patientenkarriere“ er hinter sich hat, ordnen Schmerztherapeuten die Chronifizierung einer Stufe von 1 bis 3 zu. Da oft viele Jahre vergehen, bis Betroffene spezialisierte Hilfe finden, ist die Chronifizierung bei vielen Patienten von Schmerzzentren und -praxen weit fortgeschritten. „Bisher sah man die Erfolgsaussichten einer Schmerztherapie in höheren Chronifzierungsstadien sehr pessimistisch“, sagt Prof. Dr. Michael Hüppe vom Universitätsklinikum Lübeck, einer der Autoren der Studie. „Bisher hatte aber noch niemand an einem größeren Patientenkollektiven mit unterschiedlichen Schmerzdiagnosen überprüft, inwiefern die Stadienzuordnung überhaupt eine Prognose zulässt.“

Alle Patienten profitieren

Genau das nahmen die Forscher nun in Angriff. Sie analysierten die Daten von über 1.400 Patienten deutscher Schmerzzentren und -praxen, welche mit dem Qualitätssicherungsinstrument QUAST ermittelt worden waren. Die DGSS hatte QUAST 1998 eingeführt. Es zeigte sich, dass fast 45% der Patienten den Erfolg ihrer Behandlung sehr gut oder gut einschätzten. Nur 5% beurteilten ihn als schlecht. Bei Kopfschmerz konnten dabei die besten Ergebnisse erzielt werden (56% erfolgreich), Patienten mit Nervenschmerzen waren am wenigsten zufrieden (41,9% erfolgreich). Diese Ergebnisse waren weitgehend unabhängig vom Grad der Chronifizierung. „Die Annahme, dass Schmerztherapie bei hohem Chronifizierungsstadium nicht mehr hilft, stimmt also nicht“, so Hüppe. „Auch diese Patienten profitieren deutlich von der Behandlung“.

Titelaufnahme

M. Hüppe et.al.: Behandlungserfolg auch bei höherer Schmerzchronifizierung? In: Der Schmerz 2011; 25, S. 77-88, DOI 10.007/s00482-010-0999-7

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Hüppe, Klinik für Anästhesiologie der Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Tel. 0451/500-6214, hueppe@uni-luebeck.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgss.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie