Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chorea Huntington: Symptome früh erkennbar

03.12.2010
Forscher suchen nach Behandlungsmöglichkeiten in frühen Stadien

Menschen, die unter Chorea Huntington - einer unheilbaren Nervenkrankheit - leiden, zeigen bereits mehr als ein Jahrzehnt vor der Diagnose die ersten Symptome. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Monash University gekommen. Diese frühen Auswirkungen der Krankheit beeinträchtigen das Funktionieren im Alltag nicht. Sie sollen jedoch bei der Evaluation von Behandlungsansätzen helfen, die in frühen Stadien ansetzen.

Nicht heilbar

Chorea Huntington ist eine tödliche und nicht heilbare Erkrankung des Gehirns, bei der ein fehlerhaftes Gen die Gehirnzellen zur Selbstzerstörung zwingt. Zu den Symptomen gehören Probleme bei der Kommunikation, mentalen Vorgängen und bei den Bewegungen. Innerhalb des fehlerhaften Gens wird mit CAG eine bestimmte Sequenz zu oft wiederholt. Umweltfaktoren wie Sport können den Verlauf der Krankheit verlangsamen.

Die Anzahl der CAG-Wiederholungen sagt das genaue Alter, in dem die Krankheit einsetzen wird, präzise voraus. Bei zum Beispiel 40 Wiederholungen ist es wahrscheinlich, dass die ersten Symptome gegen Ende des mittleren Lebensalters auftreten. Frühere Studien haben laut NewScientist ergeben, dass es im Gehirn bereits mehrere Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit zu subtilen Veränderungen kommt. In Regionen, die mit den motorischen Funktionen in Zusammenhang stehen, beginnt eine Ausdünnung.

Das Forscherteam um Julie Stout wollte herausfinden, ob diese Veränderungen bei Menschen mit diesen fehlerhaften Genen vor den klinischen Symptomen auftreten. An der Studie nahmen 119 Personen mit diesen genetischen Veränderungen teil, die noch keine Symptome zeigten. Den Freiwilligen wurde vorhergesagt, dass diese Symptome durchschnittlich in zehn Jahren auftreten würden. Grundlage für diese Schätzung war ihr Alter und die Anzahl der CAG-Wiederholungen.

Motorische Fähigkeiten

Die Teilnehmer wurden ersucht, 45 Sekunden lang Kreise in einem Ring so rasch und so genau wie möglich zu zeichnen. Bei der Wiederholung waren ihre Hände verdeckt, ein Bild von dem Gezeichneten erschien auf einem Bildschirm vor ihnen. Für diese Aufgabe ist eine bessere Koordination von visuellen und motorischen Fähigkeiten erforderlich. Diese Gruppe wurde mit 112 Menschen verglichen, die über keine genetische Veränderung verfügten und 120 Personen, die bereits Symptome von Chorea Huntington zeigten.

Bei der ersten Aufgabe zeichnete die erste Gruppe durchschnittlich 25 Kreise in 24 Sekunden, bei den gesunden Teilnehmern waren es rund 40. Bei der zweiten Aufgabe überschritten die Personen mit dem fehlerhaften Gen häufiger die Grenzen des Rings und brauchten laut Stout mehr Zeit, um Fehler zu korrigieren. Pro gezeichnetem Kreis traten in dieser Gruppe rund drei Fehler auf. Die gesunden Teilnehmer machten durchschnittlich einen Fehler. Wie erwartet schnitten die Chorea Huntington-Patienten bei beiden Tests am schlechtesten ab.

Details der Studie wurden im Fachmagazin Neuropsychologia http://www.elsevier.com/wps/find/journaldescription.cws_home/247/

description#description veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.monash.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie