Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China will Weltmarktführer bei Elektroautos werden

12.05.2009
Studie von Roland Berger Strategy Consultants

- Elektro- und Hybridautos werden bis 2020 weltweit einen Marktanteil von knapp zehn Prozent erreichen

- Globaler Markt für Hochleistungsakkus, Motoren und Komponenten für Elektro- und Hybridautos: 20 bis 50 Mrd. Euro jährlich ab 2020

- Besonders der Markt für Lithium-Ionen-Akkus wird zum Volumen-Markt mit zweistelligen Wachstumsraten in den kommenden Jahrzehnten; 2020 werden zehn Hersteller dominieren

- Gestützt auf Standortvorteile wie Rohstoffverfügbarkeit und günstige Arbeitskosten will die chinesische Regierung das Land zum Technologievorreiter bei Elektromobilität machen

- Hersteller müssen jetzt handeln: Kosten senken, Marktanteile sichern, Geschäftsmodell erweitern und strategische Partnerschaften eingehen

Chinas Autoindustrie überspringt die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors und zielt darauf ab, direkt Vorreiter bei Technologien für Elektro- und Hybridfahrzeuge werden. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Regierung auf massive Steueranreize und Subventionen. Die Studie "Powertrain 2020 - China's ambition to become market leader in E-Vehicles" von Roland Berger Strategy Consultants beschreibt die Maßnahmen der chinesischen Regierung und entwirft Szenarien für die zukünftigen Märkte für E-Mobilität: Elektroautos (EVs) und Hybridfahrzeuge (PHEVs) werden im Jahr 2020 Weltmarktanteile zwischen neun bis zehn Prozent haben; in Ländern wie China werden sogar über 50 Prozent. Dementsprechend stark wächst auch der Markt für Akkus, Elektromotoren und andere Komponenten: bis 2020 auf jährlich 20 bis 50 Mrd. Euro und in der folgenden Dekade auf mehr als 100 Mrd. Euro. Gleichzeitig kommt es zu einem Verdrängungswettbewerb, in dem Hersteller nur dann erfolgreich sein werden, wenn sie jetzt die nötigen Maßnahmen treffen: Sie müssen ihre Kosten senken, Marktanteile sichern sowie Partnerschaften schließen.

"Bei Elektro- und Hybridautos fordert China die Automobilindustrien in den westlichen Industrieländern heraus", sagt Wolfgang Bernhart, Partner im Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger Strategy Consultants. "Der technologische Vorsprung, den die westlichen Hersteller bei den konventionellen Antrieben haben, ist nur schwer aufzuholen - das haben die Chinesen erkannt. Aber bei der Elektromobilität geht das Rennen jetzt erst los." Der Anteil elektrisch oder teilelektrisch betriebener Fahrzeuge wird in allen Automobilmärkten zunehmen. Daraus ergibt sich für die entsprechenden Komponenten des Antriebsstrangs bis 2020 ein Marktvolumen von jährlich 20 bis 50 Mrd. Euro - mit steigender Tendenz. Um diesen Markt für die chinesischen Hersteller zu erschließen, unterstützt Chinas Regierung durch Subventionen und steuerliche Anreize die Entwicklung und Vermarktung von "New Energy Vehicles". Ziel ist, die eigene Automobilindustrie zum technologischen Vorreiter bei zukünftigen Elektroantrieben zu machen.

Gute Startbedingungen für Chinas Elektroautobauer

Die chinesischen Hersteller sind bereits gut in dieses Rennen gestartet, begünstigt durch einige Vorteile: Ein Großteil der nötigen Rohstoffe wie Lithium wird in China abgebaut und ist daher zu günstigen Preisen verfügbar. Auch die niedrigeren Arbeitskosten verschaffen etwa chinesischen Herstellern von Lithium-Ionen-Akkus Kostenvorteile von rund 30 Prozent. Dadurch könnten die Preise für die Akkus deutlich sinken. Weil sich dieser Markt zu einem Volumenmarkt entwickelt, sind Größe und Mengeneffekte erfolgsentscheidend. China hat schon jetzt große Produktionskapazitäten für Li-Ion-Akkus und investiert massiv in den Ausbau der Produktion und die Forschung und Entwicklung neuer Batterietechnologien. So haben chinesische Hersteller einen neuen Akku auf Lithium-Eisen-Basis entwickelt, der sicherer, langlebiger und umweltfreundlicher ist.

Neben der Batterietechnologie sind chinesische Hersteller auch bei Elektromotoren gut aufgestellt, haben etwa erfolgreich qualitativ hochwertige Permanentmagnet-Synchronmotoren entwickelt. Weil China über 80 Prozent des weltweit verfügbaren Neodym verfügt - ein Rohstoff, der für Permanentmagnete benötigt wird - sind diese Motoren deutlich günstiger als die Produkte ausländischer Wettbewerber.

"Betrachtet man all diese Fakten, erscheint Chinas Ziel, Technologieführer bei E-Mobilität zu werden, absolut realistisch", sagt Bernhart. "Für die klassischen Autonationen ist das eine Herausforderung. Sie müssen schnell handeln: Automobilhersteller und Zulieferer brauchen neue Geschäftsmodelle, sie müssen ihre Kosten senken und strategische Partnerschaften schließen, um eine wettbewerbsfähige Größe zu erreichen. Die westlichen Regierungen sind gefordert, neue Technologien und Produktionsmethoden aktiv zu unterstützen."

Die Studie " Powertrain 2020 - China's ambition to become market leader in E-Vehicles" können Sie kostenfrei herunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.100 Mitarbeiter haben im Jahr 2008 einen Honorarumsatz von mehr als 670 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

Sebastian Deck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com
http://www.rolandberger.com/pressreleases

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie