Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China – das neue Land der Tüftler und Erfinder?

23.08.2013
China hat die Zahl der Patentanmeldungen in den vergangenen Jahren norm in die Höhe getrieben. Eine bedeutende Rolle spielen dabei nicht nur weltweit agierende Konzerne, treibende Kräfte sind vor allem auch die Universitäten. Das haben Wissenschaftler der Universität Trier und der TU München analysiert.

Muss Deutschland seinen Ruf als Land der Tüftler, Denker und Erfinder an China abtreten? Nimmt man die Zahl der Patentanmeldungen pro Jahr als Indikator für Innovation und Erfindungsreichtum, hat China Deutschland längst überholt und ist in die absolute Weltspitze vorgedrungen.


Abbildung 1: Patentanmeldungen verschiedener Länder im Vergleich


Abbildung 2: Patentanmeldungen und erteilte Patente von chinesischen Universitäten im Zeitverlauf

In China sind Universitäten treibende Innovationskräfte. So gehörten im Jahr 2011 nach Angaben des chinesischen Patentamtes (SIPO) neben weltweit agierenden Technologiekonzernen wie Huawei und ZTE auch fünf Universitäten zu den zehn größten Patentanmeldern Chinas.

Um die Entwicklung der Patente aus chinesischen Universitäten einordnen zu können, analysierten Christian Fisch und Prof. Jörn Block (beide Professur für Unternehmensführung, Universität Trier) gemeinsam mit Philipp Sandner (TU München und Munich Innovation Group) die quantitative und qualitative Entwicklung chinesischer Universitätspatente. Die Studie „Chinese University Patents: Quantity and Quality, 1985–2010“ analysierte die Patentaktivitäten von 158 führenden chinesischen Universitäten von 1985 bis 2010 und umfasst mehr als 150.000 Patente.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die Bedeutung von Universitäten für Innovation in China in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist und eine zentralere Rolle einnimmt als beispielsweise in Deutschland. Patentanmeldungen in Universitäten würden durch Förderprogramme, Investitionen und Anreize für Universitätspersonal gezielt gefördert.

Die intensive staatliche Förderung der chinesischen Hochschulen ist mit quantitativen Zielvorgaben verbunden, die sich in den Patentanmeldungen widerspiegeln. Weil die Qualität der Patente nicht mit der Quantität Schritt hält, lassen sich keine eindeutigen Schlüsse auf die tatsächliche Innovationskraft chinesischer Universitäten ziehen.

Die Ergebnisse der Studie fließen in das Projekt „Uni-Patente.de“ (www.uni-patente.de) ein. Das Kooperationsprojekt von Universität Trier und Munich Innovation Group vergleicht die Patentaktivitäten von insgesamt 60 deutschen und chinesischen Universitäten sowie Forschungseinrichtungen.

Weitere Informationen:
Studie „Chinese University Patents: Quantity and Quality, 1985–2010” (Working Paper):

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2304224

Projekt uni-patente.de:
http://www.uni-patente.de/
Gastbeitrag von Christian Fisch und Jörn Block auf www.uni-patente.de:
http://www.uni-patente.de/chinesische-universitatspatente-qualitat-und-quantitat/
Kontakt
Christian Fisch
E-Mail: cfisch@uni-trier.de
Tel. 0651/201-3033

Peter Kuntz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-trier.de
http://www.unternehmensfuehrung.uni-trier.de
http://www.uni-patente.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise