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Chemische Industrie entdeckt nachwachsende Rohstoffe

08.04.2009
Statt auf nicht erneuerbare Rohstoffe setzt die chemische Industrie immer häufiger auf nachwachsende Ausgangsstoffe. Damit reagiert sie nicht nur auf steigende Rohstoffpreise, sondern stärkt zugleich ihr Profil als nachhaltig wirtschaftende Branche.

Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wurden im Jahr 2008 auf dem Weltmarkt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen Umsätze von 1,63 Mrd. US-Dollar erzielt; bis 2015 wird ein Anstieg des Marktwerts auf 5,01 Mrd. US-Dollar erwartet.

Untersucht wurden in der Studie die Anwendungen für Milchsäure, Bernsteinsäure, Glyzerin und 1,3-Propandiol in Biokunststoffen, Bioverbundstoffen und im Bereich der „grünen“ Chemikalien.

„Die wichtigsten Argumente für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sind die Stabilität und Planbarkeit der Preise sowie die einfache Verfügbarkeit“, erläutert Senior Research Analyst Phani Raj Kumar Chinthapalli von Frost & Sullivan. „So sind beispielsweise die Rohölpreise zwischen 2004 und Mitte 2008 von 30 US-Dollar auf spektakuläre 145 US-Dollar pro Barrel und damit um 350 Prozent gestiegen. Gegenwärtig kostet das Barrel wieder 43 US-Dollar. Vergleichbare Schwankungen gibt es bei nachwachsenden Rohstoffe wie etwa bei Weizen oder Zucker nicht. Außerdem versprechen bestimmte Mikroorganismen eine höhere Produktivität für die gewünschten Chemikalien – auch dies ein Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist.“

Schließlich lassen sich die Unternehmen auch von den ökologischen Vorzügen nachwachsender Rohstoffe leiten. So ermöglicht ihr Einsatz unter anderem eine Reduzierung des Emissionsniveaus. Beim Herstellungsprozess des Biokunststoffs Sorona aus nachwachsenden Rohstoffen werden beispielsweise bis zu 50 Prozent weniger Treibhausgase freisetzt als bei der Herstellung von Nylon 6 aus nicht erneuerbaren Ausgangsstoffen.

Was dem Markt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen noch fehlt, ist eine gute Integration von Unternehmen zu Unternehmen, wie sie etwa in der gesättigten petrochemischen Industrie vorhanden ist. „Damit ein positives Ergebnis erzielt werden kann, müssen zwei völlig unterschiedliche Lieferketten miteinander verknüpft werden, nämlich die der Lebensmittel- und die der chemischen Industrie“, so Chinthapalli. „Die Lebensmittelindustrie ist für die erste Hälfte verantwortlich – bis zur Produktion der Chemikalie durch Fermentierung oder andere Prozesse aus biologischen Ausgangsstoffen; für die zweite Hälfte ist dann die chemische Industrie zuständig, die den Anwendungsmarkt bedient.“

Wo die Integration von Unternehmen zu Unternehmen noch mangelhaft ist, behindert dies eine optimale Entwicklung des Marktes. Dieses Problem dürfte sich jedoch langfristig lösen, wenn das Bewusstsein für die Vorteile der Zusammenarbeit zunimmt. Die Unternehmen, die sich mit den ersten Schritten der Herstellung von Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen befassen, sind jedenfalls eher zur Zusammenarbeit bereit als zum Wettbewerb.

Der Markt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen bietet der Lebensmittelindustrie eine Chance, im Chemikalienmarkt Fuß zu fassen, der vergleichsweise höhere Gewinnmargen verspricht. Andererseits kann die chemische Industrie in den Markt der nachwachsenden Rohstoffe einsteigen und Teil einer völlig anderen Lieferkette werden. „Das wird zu größerer Nachhaltigkeit in der chemischen Industrie führen und den Weg in eine grünere Zukunft eröffnen“, meint Chinthapalli. „Grundvoraussetzung für den Erfolg in diesem Markt ist jedoch die perfekte Integration der Unternehmen aus Lebensmittel- und chemischer Industrie.“ Bei Interesse an einer virtuellen Broschüre zu Frost & Sullivans neuster Studie zum Markt für Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffe wenden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten an Katja Feick - Corporate Communications (katja.feick@frost.com). Die Broschüre bietet Herstellern, Endnutzern und anderen Marktteilnehmern einen Überblick über die Studie und wird Ihnen nach Eingang der Kontaktdaten per E-Mail zugesendet.

Die Studie Strategic Analysis of the Worldwide Market für Biorenewable Chemicals ist Bestandteil des Growth-Partnership-Service-Programms Chemicals & Materials, zu dem außerdem folgende Studien gehören: Biodegradable Packaging Market - Opportunity Analysis, Brazilian und Mexican Paints und Coatings Markets, European Market für Catalysts und Strategic Analysis of the Asia Pacific Biodiesel Industry. Sämtliche Studien im Subskriptionsservice basieren auf ausführlichen Interviews mit Marktteilnehmern und bieten detaillierte Informationen über Marktchancen und Branchentrends.

GIL 2009: Europa
Nach äußerst erfolgreichen Veranstaltungen in Nordamerika und Asien-Pazifik hat Frost & Sullivan sein renommiertes Konzept „Global Congress on Corporate Growth - GIL Global“ weltweit ausgedehnt. Vom 19. bis 21. Mai findet der “Growth, Innovation and Leadership Congress 2009“ nun im Sofitel St James in London und damit erstmalig in Europa statt. Der GIL Global ist der einzige Kongress, der darauf abzielt, Topmanager in ihren Bestrebungen nach einem gesunden und nachhaltigen Unternehmenswachstum zu unterstützen. Für Anmeldungen, die Zusendung von Veranstaltungsprogrammen, Informationen über Sponsoring-Möglichkeiten oder Informationen für Medienvertreter wenden Sie sich bitte an Katja Feick, Corporate Communications Europe (katja.feick@frost.com). Interviews für Medienvertreter mit Frost & Sullivan Consultants während der Veranstaltung werden gerne arrangiert. Weitere Informationen unter www.frost.com/gilglobal
Über Frost & Sullivan
Frost & Sullivan ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung, die in Partnerschaft mit ihren Kunden innovative Wachstumsstrategien entwickelt. Mit einem Serviceportfolio bestehend aus den Bereichen Growth Partnership Services, Growth Consulting und Corporate Training & Development unterstützt Frost & Sullivan seine Kunden dabei, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen.
Seit über 45 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile 31 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche.

Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter http://www.frost.com.

Titel der Studie: Strategic Analysis of the Worldwide Market for Biorenewable Chemicals (M2F2)

Kontakt:
Katja Feick
Corporate Communications – Europe
Clemensstr. 9
D – 60487 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69 7703343
E-Mail: katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://www.frost.com/gilglobal
http://www.chemicals.frost.com

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