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Chemie braucht bessere Infrastruktur

05.08.2014

Eine neue, von der Initiative ChemCologne in Auftrag gegebene, Studie zur Chemielogistik gibt aufschlussreiche Einblicke in die wichtige Chemie-Region Rheinland und ihre Anforderungen an unsere Verkehrsinfrastruktur.

Als Mitglied der Kompetenzgruppe Chemielogistik war die Europäische Fachhochschule (EUFH) und ihr Industrie-Professor Dr. Carsten Suntrop an der Erstellung dieser in Politik und Öffentlichkeit viel diskutierten Studie maßgeblich beteiligt.


Prof. Dr. Carsten Suntrop

EUFH

Auslöser für die Forschergruppe, sich mit Angebot und Nachfrage in der Chemielogistik sowie mit der entsprechenden Aus-, Be- und Überlastung unserer Verkehrsinfrastruktur im Rheinland zu beschäftigen, war die erste Sperrung der Leverkusener Autobahnbrücke für den Schwerverkehr im Jahr 2012. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte es viele Diskussionen über die Infrastruktur im Köln-Düsseldorfer Raum gegeben.

Was für normale Verkehrsteilnehmer lästig ist und Wartezeiten durch viele Staus bedeutete, offenbart für die Chemielogistik ein ernsthaftes Problem. Es gab bis dato keine verlässlichen Daten und Fakten zu den logistischen Anforderungen der Branche.

Auf fast 60 Seiten zeigen die Forscher um Prof. Dr. Carsten Suntrop nun Knotenpunkte und Engpässe bei allen Verkehrsträgern speziell für die Chemiebranche im Rheinland (von Wesel bis Bonn, von Aachen bis Essen) auf. Es wurde eine wissenschaftliche Erhebung auf Basis von 35 Interviews mit Experten aus Supply Chain Management, Logistik und Unternehmensführung vorgenommen, die zu eindeutigen Ergebnissen führten.

Das klare Ergebnis der Studie "Chemielogistik im Rheinland" lautet, dass die Chemiebranche dringend eine bessere Infrastruktur braucht. Detailliert zeigt das Papier auf, wie das Zusammenspiel aller Verkehrsträger, also Schiff, LKW, Bahn und Pipeline funktioniert, und wo die Schwachstellen liegen.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der rheinischen Chemie auf Dauer sicherzustellen, können wir uns eklatante Schwachstellen in der Verkehrsinfrastruktur nicht leisten. Die Studie ist eine wissenschaftlich fundierte Aufforderung, Engpässe zu beseitigen, Brücken zu sanieren und Hafenkonzepte zu erstellen. Deshalb wurde die Studie auch bereits an Landesverkehrsminister Michael Groschek übergeben.

"Die Herausforderungen und Engpässe hat die Chemie im Rheinland eindeutig benannt, wir haben das mit Zahlen, Daten und Fakten unterlegt - nun ist die Praxis und die Politik am Zug", so Prof. Dr. Carsten Suntrop.

ChemCologne ist eine Initiative mit dem Ziel, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Chemie-Region Rheinland weiter zu entwickeln und sie bei in- und ausländischen Investoren noch bekannter zu machen.

Gefördert wird ChemCologne von den Chemieunternehmen der Region sowie von Verbänden und Hochschulen. Zur Kompetenzgruppe Chemielogistik zählen die die Europäische Fachhochschule, die CMC² GmbH, die Fachhochschule Köln, die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS und das Institut für angewandte Logistik (IAL).

Weitere Informationen:

http://www.eufh.de

Renate Kraft | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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