Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chefsein belastet die Psyche

30.10.2009
Hohe Verantwortung begünstigt Migräne und Magengeschwüre

Trotz der vielen Vorteile ihrer Position haben Führungskräfte eine hohe Anfälligkeit für psychosomatische Leiden. Das berichten Wissenschaftler der Universität Toronto in der Zeitschrift Social Science and Medicine.

Sie untersuchten 1.800 US-Amerikaner aus verschiedensten Sektoren und Betriebsebenen nach ihrem körperlichen und psychischen Befinden. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf die Gruppe, die Leitungsaufgaben oder die Entscheidung über Bezahlung, Einstellung oder Entlassung von Mitarbeitern inne hatten.

Vorgesetzte haben in der Regel einen interessanten Job und verdienen besser - Eigenschaften, die ihnen zu mehr Erfüllung in der Arbeit, zu weniger Stress und zu besserer Gesundheit verhelfen sollten. Gleichzeitig bringt ihre Position jedoch auch häufigere interpersonelle Konflikte mit sich, sowie eine Unterwanderung des Privatlebens durch Berufsaufgaben. Wird etwa die Arbeit zuhause erledigt, schwappt der Berufsstress mit, was psychologische Bedrängnis, Ärger und schlechte Gesundheit nach sich zieht. "Führung besitzt eine Kehrseite, die die meisten Vorteile wieder zunichte macht", so Studienleiter Scott Schieman.

Erreichbarkeit zerstört Privatleben

"Liegt die frei verfügbare Zeit eines arbeitenden Menschen heute durchschnittlich bei sechs Stunden pro Tag, beträgt sie bei Führungskräften nur 3,5 Stunden", berichtet Stefan Bayer, Präsident der österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin, gegenüber pressetext. Besonders bei Menschen aus dem mittleren und oberen Management fehle es deutlich an Work-Life-Balance. Durch moderne Technologien wie Handy, Blackberry und E-Mail werde das Abschalten zunehmend schwierig, was seinen Tribut fordere. "In dieser Gruppe sind Migräne, Magengeschwüre, Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen sehr häufig."

Im Bezug auf die Gesundheit der verschiedenen Betriebsebenen sei in den letzten Jahrhunderten ein kompletter Wandel vor sich gegangen. "In Zeiten der Industrialisierung standen vollgefressene Direktoren an der Spitze der Gesellschaftspyramide, deren Grundlage ausgezehrte Arbeiter bildeten. Heute sind oben die gestylten und körperbewussten Führungskräfte, die jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen, jedoch oft an psychosomatische Beschwerden leiden. Unten stehen Arbeiter, die durch den ungesunden Lebensstil ständig an Körperfülle zunehmen", so Bayer.

Vorbild für die Mitarbeiter

Der Arbeitsmediziner rät Führungskräften, den eigenen Mitarbeitern ein Vorbild in Sachen psychische Gesundheit zu sein. "Die Botschaft, die durch die eigene Arbeit vermittelte wird, darf sich nicht darauf beschränken, zusätzliche Belastungen zu übernehmen. Vielmehr sollte sich ein Vorgesetzter Auszeit genehmigen und mindestens zwei Wochen am Stück Urlaub nehmen oder zu bestimmten Zeiten auf sein Handy verzichten und nicht erreichbar sein."

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utoronto.ca
http://www.aam.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Nutzung digitaler Technologien in der industriellen Produktion führt zu Produktivitätsvorteilen
01.02.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung