Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweite Machbarkeitsstudie zur Evaluation des deutschen Mammographie-Screening-Programms

06.07.2012
Großauftrag geht an die Medizinische Fakultät der Universität Münster
Die bundesweite Machbarkeitsstudie zur Evaluation des deutschen Mammographie-Screening-Programms wird in Münster erstellt.

Das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin und das Institut für Klinische Radiologie der Universität Münster sollen mit dem Epidemiologischen Krebsregister NRW ein wissenschaftliches Modell entwickeln, auf dessen Basis es möglich ist, die Wirksamkeit des deutschen Mammographie-Screening-Programms nachzuweisen. Vorrangig geht es dabei um die Frage, mit Hilfe welcher Datenbasis untersucht werden kann, ob mit der Einführung des Mammographie-Screening-Programms die Sterberate von Brustkrebs gesenkt werden kann.

Münster ist eines der wichtigsten Gesundheitsstandorte in Deutschland mit dem Schwerpunkt Früherkennung/Vorsorge und wird durch diesen auf zwei Jahre angelegten Forschungsauftrag in seiner führenden Rolle auf diesem Gebiet bestärkt.

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie in Berlin hat bereits zwei Evaluationsberichte zur Brustkrebsentdeckungsrate, Teilnahmezahlen und Tumorstadienverteilung veröffentlicht. Zurzeit schließen die drei Münsteraner Forschergruppen eine gemeinsame Studie zu den Intervallkarzinomen ab. Belastbare Zahlen zur Sterblichkeit an Brustkrebs können jedoch erst frühestens 10 bis 15 Jahre nach Einführung des Mammographie-Screening-Programms erwartet werden.

In den europäischen Nachbarländern, wie den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern, gehört das Mammographie-Screening-Programm seit über 20 Jahren zu den staatlichen Gesundheitsprogrammen. Dort konnten in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden, dass mit Hilfe dieses Früherkennungsprogramms die Mortalitätsrate an Brustkrebs gesenkt wurde.

Deutschland hat mit über 10 Millionen anspruchsberechtigten Frauen das größte Screening-Programm in Europa. Allerdings ergeben sich in Deutschland mehrere Schwierigkeiten für die Erfassung aller relevanten Daten: Aufgrund der Größe und der föderalen Struktur des Gesundheitssystems ist das Mammographie-Screening-Programm schrittweise ab 2005 eingeführt worden; erst 2009 ist die letzte Screening-Einheit an den Start gegangen. Das heißt, dass die bundesweit vorliegenden Zahlen zu den untersuchten Frauen aus unterschiedlichen Phasen des Programms stammen.

Die zweite Schwierigkeit besteht darin, dass in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Methoden der Datenerfassung existieren. Hinzu kommt, dass nicht jedes Bundesland über ein Krebsregister verfügt, das in den vergangenen Jahren vollzählig alle Krebsneuerkrankungen erfasst hat. Erschwert wird für die Wissenschaftler die Erfassung einheitlicher Daten durch die verschiedenen Datenschutzbestimmungen in den einzelnen Bundesländern.

In der auf zwei Jahre angelegten Machbarkeitsstudie sollen die Münsteraner Wissenschaftler in enger Kooperation mit Forschern aus Bremen und Dresden ein belastbares Modell entwickeln, mit dessen Hilfe fundierte und nachprüfbare Daten erhoben werden können, um die Mortalitätsrate des Mammographie-Screening-Programms zu evaluieren.

Gefördert und wissenschaftlich begleitet wird die Studie vom Bundesamt für Strahlenschutz und finanziert vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.

Anette Grundmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ukmuenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie