Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustschmerz-Studie: Neuer Marker schließt Herzinfarkt rasch aus und verringert Kosten für Notfallstation um 30 Prozent

30.08.2010
PA der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm

Die zusätzliche Verwendung des Markers Copeptin zur Diagnose oder zum Ausschluss eines akuten Herzinfarktes bei Patienten mit akutem Brustschmerz soll die Totalkosten für die Notfallstation um bis zu 30 Prozent verringern. Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung von Dr. Raphael Twerenbold (Innere Medizin, Universitätsspital Basel) die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1. September) in Stockholm vorgestellt wurde.

Akuter Brustschmerz („Thoraxschmerz“) ist das zweithäufigste Leitsymptom in Notfallstationen. Bei betroffenen Patienten gilt es vor allem, den akuten Herzinfarkt frühzeitig und zuverlässig zu diagnostizieren bzw. auszuschließen. Der Großteil dieser Patienten mit akuten Brustschmerzen leiden jedoch nicht an einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Dr. Twerenbold: „Doch der Ausschluss von akutem Herzinfarkt ist zeitaufwändig und teuer, da er eine Überwachung des Patienten mit seriellen Messungen von kardialem Troponin T (Marker für abgestorbenes Herzmuskelgewebe) während 6 bis 12 Stunden erfordert und damit zu dem wachsenden Problem überfüllter Notfallstationen beiträgt.“

Kürzlich konnte das Team von Dr. Twerenbold zeigen, dass die Kombination von kardialem Troponin T mit einem anderen Marker für endogenen Stress wie Copeptin den schnellen und zuverlässigen Ausschluss von akutem Herzinfarkt bei Patienten mit akutem Brustschmerz bereits bei Eintritt in das Krankenhaus ermöglicht – und das ohne die Notwendigkeit serieller Troponin-Messungen. Copeptin, als Marker für akuten endogenen Stress, zeigt die höchsten Spiegel zu Beginn der Symptomatik.

Als nächster Schritt wurde eine internationale Multizenter-Studie mit 1247 Patienten gestartet, die über akute Brustschmerzen oder andere für einen akuten Herzinfarkt typische Symptome klagten. Bei allen wurden kardiales Troponin T und Copeptin bestimmt. Für jeden einzelnen Patienten erfolgte die Berechnung der effektiven Kosten für die Notfallstation. „Die Anwendung unseres neuen, simulierten Ablauf-Schemas („Algorithmus“) mit Copeptin erlaubte eine vorzeitige Entlassung vom Notfall in 712 (57%) Patienten. Die mittlere Zeit bis zur Entlassung vom Notfall konnte von 350 auf 90 Minuten reduziert werden“, bilanziert Dr. Twerenbold. „Die durchschnittlichen Kosten für den Notfall beliefen sich auf 1285 US $ unter Verwendung des Richtlinien-basierten Algorithmus. Durch die zusätzliche Verwendung von Copeptin entsprechend unserem neuen Algorithmus konnte eine Kostenersparnis von 386 US $ erzielt werden, also von rund 30 Prozent.“

Kontakt:

Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher der DGK)

Roland Bettschart, B&K - Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

Mobil +43-676-6356775; Tel.: +43-1-3194378-22; bettschart@bkkommunikation.com

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie