Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Briten sterben früher als andere Europäer

30.04.2010
Experten machen Ungleichheit im Gesundheitsbereich verantwortlich

Briten haben ein höheres Risiko, früh zu sterben, als die Menschen in vielen anderen westlichen Ländern. Zu diesem Ergebnis sind Forscher unter der Leitung der Washington University gekommen. Die Anzahl der Todesfälle vor dem 60. Lebensjahr hat sich in den letzten 40 Jahren zwar fast halbiert. Die Sterberate bei Frauen ist jedoch gleich hoch geblieben wie zum Beispiel in Slowenien oder Albanien.

Geringstes Risiko in Island und Zypern

Experten wie Danny Dorling von der University of Sheffield gehen davon aus, dass die große Ungleichheit im Gesundheitsbereich für die Misere verantwortlich ist. Weltweit verfügten die Männer in Island und die Frauen in Zypern über das geringste Risiko, früh zu sterben, heißt es in den in The Lancet veröffentlichten Forschungsergebnissen.

Die Wissenschaftler untersuchten eine Vielzahl von Daten wie Bevölkerungszahlen, Sterbeurkunden und Befragungen, um auf eine geschätzte Anzahl der frühen Todesfälle in 187 Ländern in den Jahren 1970, 1990 und 2010 zu kommen. In diesem Zeitraum fiel das allgemeine Risiko bei Frauen um 34 Prozent, bei Männern um 19 Prozent. Darin spiegeln sich der medizinische Fortschritt und der zunehmende Wohlstand wider.

Ausbreitung von HIV

Diese Werte sanken in Südasien bei Frauen am stärksten, in Australasien bei Männern. Die Zahlen in den Ländern südlich der Sahara gehören derzeit zu den höchsten. Die Hälfte der Menschen dort stirbt früh. In einigen westlichen Ländern liegt dieser Wert bei einem von 20 Einwohnern. Einige Teile des Kontinents hatten eine Verschlechterung der Werte hinzunehmen. Darin wird laut Studie die Ausbreitung von HIV in den vergangenen Jahren sichtbar.

In Großbritannien sterben 58 von 1.000 Frauen und 93 von 1.000 Männern vor dem 60. Lebensjahr. In Westeuropa verfügten nur die Däninnen und die Belgierinnen über ein höheres Risiko. Die britischen Männer hingegen schneiden besser ab und liegen in diesem Bereich im Mittelfeld.

Ungleichheit in der medizinischen Versorgung

Dorling macht die Ungleichheit in der medizinischen Versorgung für das schlechte Abschneiden von Großbritannien verantwortlich. In den ärmsten Regionen sei der Gesundheitszustand sogar im europäischen Vergleich sehr schlecht. Der Wissenschaftler warnte laut BBC sogar, dass sich die Rückläufigkeit der Zahlen der letzten Jahrzehnte wieder verändern könnte.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wustl.edu
http://www.sheffield.ac.uk
http://www.thelancet.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie