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Bluttest bestimmt zelluläres Alter

17.06.2009
Rauchen und Bewegungsmangel beschleunigen Alterungsprozess

Wissenschaftler der University of North Carolina entwickeln derzeit einen einfachen Bluttest zur Messung der Geschwindigkeit, in der das Gewebe des Körpers auf molekularer Ebene altert.

Das Team um Norman Sharpless hat herausgefunden, dass bei der Alterung des Gewebes die Konzentration des Proteins p16INK4a drastisch ansteigt. Die Messung der Proteinwerte könnte möglicherweise ein Weg zur Einschätzung des Zustandes von Gewebe und der Reaktion auf eine Operation oder Medikamente sein. Details der Studie wurden im Fachmagazin Aging Cell veröffentlicht.

Die Wissenschaft hat sich schon früher für p16INK4a interessiert, da es eine Rolle bei der Unterdrückung der Entstehung von Krebs spielt. Das Protein kommt in den T-Zellen des Immunsystems vor, die entscheidend für die Bekämpfung von Krankheiten und die Heilung von geschädigtem Gewebe sind. Die Forscher wiesen nicht nur nach, dass die Proteinwerte eng mit der zellulären Alterung zusammenhängen, sie fanden auch einen starken Zusammenhang mit bestimmten Verhaltensmustern wie Rauchen und Mangel an körperlicher Bewegung. Beide Faktoren sind dafür bekannt, dass sie den Alterungsprozess beschleunigen.

Laut eigenen Angaben hat das Team die technischen Schwierigkeiten für die abschließenden Arbeiten am Bluttest überwunden. Um seine Genauigkeit zu testen, wurden Blutproben von 170 Personen analysiert. Zusätzlich füllten die Teilnehmer einen Fragebogen zu Gesundheit und Lebensstil aus. Sharpless betonte, dass mit diesen Forschungsergebnissen ein entscheidender Schritt in Richtung Feststellung des molekularen Alters eines Menschen gelungen sei. Noch sei nicht klar, ob dieser Test das zelluläre Alter bei allen Arten menschlichen Gewebes gut darstellen kann. Es sei jedoch laut BBC ein erster Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses von Themen, wie die Einsetzbarkeit von Organen für Transplantationen, die Einschätzung der Heilungsphase nach Operationen und die Giftigkeit der Chemotherapie bei Krebspatienten gelungen.

Es überraschte die Wissenschaftler, dass die Proteinwerte in keinem Zusammenhang mit Fettsucht standen. Frühere Studien hatten nahe gelegt, dass eine Verringerung der Kalorienzufuhr die Alterung verzögern könnte. Laut Sharpless ist es denkbar, dass der Mangel an körperlicher Bewegung einen größeren Einfluss auf die Alterung hat als Übergewicht oder Fettsucht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.med.unc.edu

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