Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bluthochdruck: Meilensteinstudie in Chicago vorgestellt (AHA)

18.11.2010
Bei einer großangelegten randomisierten klinischen Studie der maßgeblicher Beteiligung der Klinik für Nephrologie und des Instituts für Radiologie der Uniklinik Düsseldorf wird gezeigt, dass eine neuartige katheterbasierte Verödung von Nierennerven zu einer deutlichen und nachhaltigen Senkung des Blutdrucks führt. Aktuelle Studiendaten, am 17. November vorgestellt auf dem Jahreskongress der American Heart Association in Chicago, zeigen die Effektivität des Verfahrens.

Eine neue minimal-invasive Behandlung, an den zu und von den Nieren führenden sympathischen Nerven, trägt bei Patienten, deren Bluthochdruck nicht ausreichend mit Medikamenten behandelt werden konnte, wesentlich zu einem niedrigeren Blutdruck bei. Die Ergebnisse der großangelegten Studie zu dieser neuartigen Behandlung von Bluthochdruck wurden aktuell auch in The Lancet, weltweit eines der renommiertesten medizinischen Fachjournale, veröffentlicht.

Die Klinik für Nephrologie des Universitätsklinikums Düsseldorf wurde als eines von nur 24 Zentren weltweit ausgewählt, um an der Studie teilzunehmen. Prof. Dr. Lars C. Rump, Direktor der Klinik, war als leitender Prüfarzt tätig, unterstützt wurde er durch PD Dr. Oliver Vonend, Oberarzt. Die Prozedur wird in enger Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Saleh aus dem Institut Klinik für Radiologie durchgeführt.

Diese Studie, als Symplicity-HTN-2 bezeichnet, schloss 106 Patienten in Europa und Australien ein. Die Düsseldorfer nahmen insgesamt 20 Patienten in die Studie auf und gehören damit zu den Zentren, die die meisten Patienten innerhalb der gesamten Studie mit diesem Verfahren behandelt hat. Die Studie konnte zeigen, dass bei Patienten, die mit dem Verödungs-Katheter behandelt wurden, nach sechs Monaten eine Blutdrucksenkung um - 32/12 mmHg nachgewiesen werden konnte. Demgegenüber stand eine Blutdruckerhöhung um +1/0 mmHg bei der Kontrollgruppe, die mit der medizinischen Therapie allein behandelt worden war.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass ein 20 mmHg höherer systolischer Blutdruck zu einer Verdoppelung des Risikos führt, über einen Zeitraum von zehn Jahren an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu versterben und dass die Senkung des systolischen Blutdrucks um so geringe Werte wie 5 mmHg das Risiko eines Schlaganfalls bereits um fast 30 Prozent reduzieren kann.

„Seit 25 Jahren beschäftige ich mich wissenschaftlich mit meinem Forschungsteam mit der Rolle der Nierennerven bei Bluthochdruck. Es ist für mich persönlich ein gutes Gefühl, zu sehen, dass dieses Konzept nun Einzug in die Klinik gefunden hat“ betont Prof Rump. „Die aktuelle Studie ist ein Meilenstein der Bluthochdrucktherapie und zeigt klar, dass wir nun endlich eine Methode zur Hand haben, mit der wir Patienten, die sich mit Blutdruckmedikamenten nicht ausreichend therapieren lassen, einfach und sicher helfen können“ fügt er hinzu. Oberarzt PD Dr Vonend weist darauf hin,, dass diese Methode eine medikamentöse Therapie allerdings momentan noch nicht ersetzten kann. Wenn sich aber trotz drei, vier oder gar fünf verschiedener Blutdrucktabletten der Blutdruck noch immer außerhalb des angestrebten Ziels von 140/90 mmHg befindet, ist solch eine Prozedur zu empfehlen.“

Die Studie wies auch die Sicherheit dieser Behandlungsmethode nach. Es traten weder schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf, die mit dem Gerät oder Verfahren im Zusammenhang standen, noch kardiovaskuläre Komplikationen oder Nierenkomplikationen.

Kontakt: Prof. Dr. Lars C. Rump, Direktor der Klinik für Nephrologie, PD Dr. Oliver Vonend, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17726

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-duesseldorf.de/nephrologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten