Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blökende Samentransporter: Schafe schaffen Artenvielfalt. Studentinnen untersuchen den Hirtenzug

21.12.2010
Jahrtausenden prägen Schafe unsere Kulturlandschaft, haben beispielsweise Heidegebiete und Magerrasen entstehen lassen, und so artenreiche Lebensräume geschaffen. Die Schafbeweidung trägt aber nicht nur zum Erhalt unserer Grünlandflächen bei, sondern ermöglicht zudem über die Wanderschafhaltung den genetischen Austausch zwischen Pflanzenpopulationen. Der Biologe Prof. Dr. Peter Poschlod vom Institut für Botanik/Zellbiologie der Universität Regensburg hat die Samenausbreitung durch Schafe deshalb in den letzten Jahren wiederholt untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass Schafe eine Vielzahl von Samen durch Wolle und über Kot transportieren und somit eine wichtige Rolle für den Biotopverbund spielen.

Mit einem ganz besonderen Projekt konnten nun drei Studentinnen von Prof. Poschlod auf sich aufmerksam machen. Leonie Schaefer, Astrid Schimmerl und Monika Grundler begleiteten in den vergangenen Wochen und Monaten den Europäischen Hirtenzug 2010. Sie hatten die Aufgabe, den Hirtenzug wissenschaftlich zu dokumentieren. Der Europäische Hirtenzug eignete sich für das Forschungsprojekt in besonderer Weise, da die Schafe zu diesem Anlass – wie nur noch selten – weite Strecken zurücklegten: In diesem Fall waren es insgesamt 1.400 Kilometer, die von mehreren sich abwechselnden Schäfern mit ihren jeweiligen Schafherden zurückgelegt wurden. Darüber hinaus führte die Route durch verschiedenste Vegetationstypen. Leonie Schaefer übernahm die zweieinhalb Monate andauernde Tour von Lüneburg nach Brüssel, Astrid Schimmerl die Strecke von Brüssel nach Trier, wobei sie für zwei Wochen von Monika Grundler unterstützt wurde.

Die Regensburger Studentinnen untersuchten die Wolle der Schafe fast täglich, um zu klären, welche Samenarten und welche Mengen an Samen durch die Tiere aufgenommen wurden. Zudem wurden einmal pro Woche Kotproben entnommen. Begleitend dazu wurde täglich die jeweilige Vegetation vor Ort dokumentiert, um Rückschlüsse darüber ziehen zu können, wie viele der jeweils vorkommenden Pflanzenarten durch Schafe aufgenommen und wie weit die eingesammelten Samen transportiert wurden. Die Studentinnen konnten in Tuchfühlung mit den Tieren feststellen, dass eine ganze Reihe von unterschiedlichen Samen und damit Pflanzenarten durch die Schafe über große Strecken transportiert wurde.

Die größte Arbeit steht den Biologinnen aber noch an der Universität Regensburg bevor. Hier müssen die Samen aus dem Kot zum Keimen gebracht werden und die aus der Wolle gesammelten Samen geordnet und identifiziert werden. Die Auswertung wird noch einige Monate in Anspruch nehmen und die Studentinnen beschäftigen.

... mehr zu:
»Artenvielfalt »Pflanzenart »Samen »Schaf
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Peter Poschlod
Universität Regensburg
Institut für Botanik/Zellbiologie
Tel.: 0941 943-3108
Peter.Poschlod@biologie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt Pflanzenart Samen Schaf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie