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Bildschirmarbeit in der Produktion verbessern

28.10.2010
Bildschirmarbeitsplätze in der Produktion entsprechen häufig nicht den Anforderungen der Bildschirmarbeitsverordnung. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Studie „Bildschirmarbeit in der Produktion“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor. Alle 172 in der Studie untersuchten Arbeitsplätze wiesen Mängel auf.

Ohne Computer läuft in den meisten Unternehmen heute nichts mehr. Dabei stehen die Rechner nicht mehr nur im Büro, sondern finden sich zunehmend auch im Produktionsbereich. Dort steuern sie beispielsweise Maschinen oder erledigen auch administrative Aufgaben wie Personalverwaltung oder Qualitätsmanagement.

Dadurch gelten diese Computer als Bildschirmarbeitsplätze im Sinne der Bildschirmarbeitsverordnung. Sie werden aber nur selten als solche wahrgenommen und entsprechend gestaltet.

Für die Studie der BAuA wurden 17 Unternehmen mit insgesamt 172 Arbeitsplätzen untersucht. Vor allem Arbeitsplätze, die eine vergleichsweise geringe Ähnlichkeit mit klassischen Bildschirmarbeitsplätzen im Büro haben, wie Prüfarbeitsplätze, Arbeitsplätze zur Protokollierung des Arbeitsfortschrittes sowie zur Unterstützung der logistischen Prozesse, weisen Defizite in Bezug auf die Gestaltung des Mobiliars und die Platzierung von Monitoren und Tastaturen auf.

So sind die Tischflächen häufig zu klein und der Sehabstand zum Monitor ist zu gering. Die Beleuchtung ist oft zu schwach, dafür treten an fast jedem Arbeitsplatz Spiegelungen und Blendungen auf. An den meisten Bildschirmarbeitsplätzen steht den Beschäftigten ein ausreichend großer Bewegungsraum zur Verfügung, den allerdings häufig Verkehrswege überlagern.

Von allen untersuchten Arbeitsplätzen waren nur drei elektrisch höhenverstellbar, um einen einfachen Haltungswechsel zwischen Sitzen und Stehen zu ermöglichen. Noch problematischer ist die Situation der Bestuhlung. Mehrfach fanden die Forscher Stühle vor, die sicherheitstechnisch nicht mehr akzeptabel waren. Bei den wenigsten Sitzgelegenheiten ließen sich Höhe und Neigung verstellen, die Lehne konnte oft nicht an die Körpergröße angepasst werden. Diese Eigenschaften sind für kurzfristig genutzte Arbeitsplätze nicht von so großer Bedeutung, wohl aber dort, wo längere Zeit am Bildschirmarbeitsplatz gearbeitet wird.

Die Erhebung der BAuA macht deutlich, dass gerade weil die Bildschirmarbeitsplätze nicht als solche angesehen beziehungsweise erkannt wurden, ihre Gestaltung sehr häufig optimierungsbedürftig ist. Tatsächlich fanden sich in der gesamten Untersuchung keine mängelfreien Arbeitsplätze. Angesichts älter werdender Belegschaften ist es sinnvoll, Belastungen zu vermindern. Insbesondere dann, wenn dies schon mit verhältnismäßig einfachen Mitteln möglich ist.

Bisher existiert kaum ein Bewusstsein dafür, dass eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen in der Produktion unter den Geltungsbereich der Bildschirmarbeitsverordnung fällt. Daher gilt es, im Sinne des Arbeits- und Gesundheitsschutzes aktiv gegen zu steuern. Hier macht die Studie auch Vorschläge, mit denen sich Rückzugsarbeitsplätze, mobile und Kommissionierungsarbeitsplätze in der Produktion gestalten lassen.

Charlotte Sust, Prof. Dr. Dieter Lorenz, Katy Völker; Bildschirmarbeit in der Produktion; 93 Seiten; PDF-Datei 4 MB

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de
http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1963.html

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