Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Bewegungs- und Hörtraining gegen Alzheimer

16.05.2012
Teilnehmer im Raum Ulm für neue Studie gesucht

Können ein wissenschaftlich fundiertes, computerbasiertes Hörtraining und ein körperliches Bewegungstraining das Voranschreiten einer beginnenden Alzheimer-Demenz hinauszögern oder gar aufhalten?

Mit dieser Frage beschäftigen sich jetzt Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Konstanz in einer breit angelegten Studie. Dazu werden im Raum Ulm noch weitere Teilnehmer gesucht.

„Und zwar zum einen Personen, bei denen eine beginnende Form von Alzheimer bereits diagnostiziert wurde, zum anderen wollen wir aber auch ältere Menschen ab etwa 65 Jahren erreichen, die nicht dement sind, aber feststellen, dass sie zunehmende Gedächtnis- oder Wortfindungsprobleme haben“, sagt Diplom-Psychologin Olivia Küster vom Institut für Psychologie und Pädagogik der Uni Ulm, unter anderem auch beauftragt mit der Rekrutierung interessierter Teilnehmer.

Was diese erwartet? Sie trainieren zehn Wochen lang entweder zu Hause am Computer ihr Gehör und Gedächtnis oder absolvieren mehrmals pro Woche ein professionell angeleitetes Fitness- und Koordinationstraining. Vor und nach den Trainingswochen finden intensive Untersuchungen der geistigen Leistungsfähigkeit statt. Getestet werden beispielsweise Merkfähigkeit, Sprache, Orientierung und Reaktionsvermögen. Zusätzlich werden mittels modernster Untersuchungstechnik Gehirnfunktionen gemessen. „Die Teilnehmer können davon auch für sich persönlich ganz erheblich profitieren“, ist Küster überzeugt.

An der Studie beteiligt sind Forschungsgruppen um die Ulmer Professorinnen Iris-Tatjana Kolassa (Klinische und Biologische Psychologie) und Christine von Arnim (Universitätsklinikum für Neurologie) in Zusammenarbeit mit Sportwissenschaftlern, Chemikern und Biologen der Universität Konstanz. Gefördert wird das Projekt von der EU und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

„Ein vergessener Name oder Termin oder ein verlegter und nicht mehr auffindbarer Gegenstand – das kann in allen Altersgruppen vorkommen“, erklären die Ulmer Wissenschaftlerinnen. Insbesondere ältere Menschen aber fragten sich häufig, ob dies erste Anzeichen einer beginnenden Alzheimer-Demenz sein könnten. „Aufmerksam sollten wir werden, wenn sich plötzlich massivere Veränderungen einstellen, das Gedächtnis aus Sicht der Betroffenen oder Angehörigen merklich schlechter geworden ist als im vergangenen Jahr oder wenn sich ein Mensch in seiner gewohnten Umgebung plötzlich nicht mehr zurechtfinden kann.“

Dabei könne Alzheimer ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Bislang kann den Forscherinnen zufolge die Alzheimer-Demenz nicht geheilt werden. „Wohl aber gibt es medikamentöse und nicht-medikamentöse Möglichkeiten, ein Voranschreiten der Krankheit hinauszuzögern.“ Auch deswegen verspreche ihre neue Untersuchung interessante Ergebnisse. In wissenschaftlichen Vorstudien seien jedenfalls sowohl mit computerbasiertem Hörtraining als auch mit körperlichem Bewegungstraining bei gesunden Senioren sehr positive Effekte bezogen auf die kognitive Leistungsfähigkeit erzielt worden. „Und in einer Pilotstudie unserer Forschungsgruppen in Konstanzer Pflegeheimen konnten wir nachweisen, dass schon ein leichtes Bewegungstraining im Sitzen deutliche positive Auswirkungen auf die geistigen Fähigkeiten von Demenz-Patienten hatte.“

Info: Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich an Diplom-Psychologin Olivia Küster wenden (Tel. 0731/50-26592 oder 07531/88-4630 bzw. Email olivia.kuester@uni-ulm.de)

Weitere Informationen: Frau Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa, Tel. 0731/50-26590

Annika Bingmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften