Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was bewegt die Deutschen?

04.12.2012
International vergleichende Studie zu den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Werten der Deutschen an der Humboldt-Universität vorgestellt
Für die Deutschen ist ökologische Nachhaltigkeit weitaus wichtiger als wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Wohlstand. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, die heute an der Humboldt-Universität zu Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Studie ist Teil eines mehrjährigen, internationalen Projekts, das vom Australien Research Council (ARC) unterstützt wird und gemeinsam vom Institut für Management der Humboldt-Universität, der University of Technology in Sydney, der Melbourne Business School und der Universität Hamburg durchgeführt wurde. Das Projekt ist eine Fünf-Jahres-Studie zu den Charakteristika von Personen, die zivilgesellschaftliche Organisationen durch Geld oder Zeit unterstützen.

Für die Studie wurden in Deutschland über 1.500 Teilnehmer befragt, die repräsentativ für die Wahlberechtigten sind. Untersucht wurden allgemein gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Fragen in insgesamt 16 Themengebieten, die von lokaler (z. B. Kriminalität und öffentliche Sicherheit) bis hin zu globaler (z. B. globale Sicherheit) Bedeutung reichen. Die Umfrage erfasst Angaben der Teilnehmer zur politischen Meinung und zum Wahlverhalten, zu Glaubensfragen und -praktiken, zur Spendenbereitschaft und zu ehrenamtlichen Tätigkeiten. Die Teilnehmer sollten ferner ihre Zufriedenheit sowohl allgemein als auch im Verhältnis zu ihren Lebensumständen bewerten. Die Teilnehmer bewerteten ihre Zufriedenheit sowohl mit ihrer unmittelbaren persönlichen Situation (Schule, Arbeitsplatz) als auch auf gesellschaftlicher Ebene (Politik).

Die Studie kommt sowohl zu vorhersehbaren Ergebnissen als auch zu völlig überraschenden Erkenntnissen. Am offensichtlichsten ist vermutlich das Ergebnis, dass die lokalen die globalen Themen dominieren. Die Deutschen machen sich eindeutig mehr Gedanken über Fragen, die sie selbst und ihre örtliche Gemeinschaft sowie ihre persönlichen Rechte und Freiheiten betreffen. Weniger selbstverständlich ist die Erkenntnis, wie wenig diese Präferenzen über die demographische Spannbreite variieren. „Wir hätten erwartet, dass sich Reich von Arm, Alt von Jung sowie Männer von Frauen unterscheiden. Die Ergebnisse zeigen allerdings, dass dies weniger als erwartet der Fall ist. Wichtiger ist, dass vorhandene Präferenzen mit der politischen Orientierung der Menschen zusammenhängen“, sagt Prof. Dr. Joachim Schwalbach, Leiter des Instituts für Management an der Humboldt-Universität zu Berlin, das die Studie für Deutschland mit durchgeführt hat.
Das wohl überraschendste Ergebnis der Studie besteht darin, dass für die Deutschen ökologische Nachhaltigkeit von weit größerer Bedeutung ist als wirtschaftlicher und sozialer Wohlstand - und zwar sowohl aus individueller als auch nationaler und globaler Perspektive.

„Insgesamt geben die Ergebnisse einen nuancierten Einblick in die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Präferenzen der deutschen Bevölkerung. Sie liefern Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern, Politikern und zivilgesellschaftlichen Organisationen wertvolle Informationen für die Entwicklung ihrer Zukunftsstrategien“, sagt Joachim Schwalbach.

Joachim Schwalbach ist Professor für Internationales Management an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet dort das Institut für Management an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Er war und ist Gastprofessor an mehreren ausländischen Universitäten, so an der Stanford University Business School, in Österreich (TU Wien und Krems), Frankreich (Toulouse) und in China (Peking, Guangzhou). Joachim Schwalbachs Forschungsschwerpunkte sind insbesondere: Internationalisierung von Unter-nehmen, Corporate Governance, Corporate Social Responsibility (CSR), Unternehmensreputation und Managementvergütung.

Die vollständige Studie unter: http://u.hu-berlin.de/bewegt
Der gedruckten Projektbericht kann angefordert werden unter: pr@hu-berlin.de

Kontakt
Prof. Dr. Joachim Schwalbach
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Tel.: 030 2093-99400
E-Mail: schwal@wiwi.hu-berlin.de
http://www.wiwi.hu-berlin.de/professuren/bwl/management
http://www.der-ehrbare-kaufmann.de

Constanze Haase | idw
Weitere Informationen:
http://u.hu-berlin.de/bewegt
http://www.hu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften