Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besseres Tennis durch zehn Stunden Schlaf

08.06.2009
Schnellere Aufschläge und Sprints sowie bessere Stimmung

Eine Verlängerung der täglichen Schlafdauer verhilft Tennisspielern zu besserer sportlicher Leistung wie auch zur Besserung der Grundstimmung. Das berichtet der Schlafforscher Cheri Mah von der Sleep Disorder Clinic der Stanford University auf der Jahrestagung der US-Schlafgesellschaften SLEEP, die diese Woche in Seattle stattfindet.

Mahs Ergebnisse sind ein Hinweis dafür, dass ausreichender Schlaf großen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit ist und auch beim Training berücksichtigt werden sollte.

Mah untersuchte fünf Profi-Tennisspielerinnen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren während der Wettkampfsaison. Man bat die Sportlerinnen, ihren Schlaf für fünf Wochen auf zehn Stunden pro Nacht auszudehnen. Die Folgen waren kaum zu übersehen: Nach Ende der Beobachtungsphase mit längerer Schlafenszeit hatte sich die Zeit, in welcher die Probandinnen eine Sprintstrecke zurückgelegt hatten, von zuvor 19,12 auf durchschnittlich 17,56 Sekunden verringert. Die Treffergenauigkeit bei Aufschlägen stieg und auch die Geschwindigkeit des Aufschlags verbesserte sich. Der Schlaf kam auch der Stimmung der Sportlerinnen zugute, wie auch der Munterkeit, da die Tagesschläfrigkeit zurückging. "Viele der Sportlerinnen realisierten durch die Studie erstmals, wie wichtig Schlaf ist und wie er ihre Leistung während den Wettkämpfen beeinflusst", so der Schlafforscher.

Relevanz haben die Ergebnisse unter anderem für die Vorbereitung für Wettkämpfe. "Spitzensportler verbringen viele Stunden täglich mit Training ihrer Kraft und Kondition und arbeiten auch mit Ernährungsspezialisten, um ihre Leistung zu verbessern", so Mah. Obwohl man über die grundsätzliche Bedeutung von ausreichend Schlaf Bescheid wisse, schenke man den Schlafgewohnheiten bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit. "Die Spitzenleistung kann man nur erbringen, wenn die Schlafrythmen optimal sind." Bereits im Vorjahr hatte Mah ähnliche Untersuchungen präsentiert. Damals zeigte er, dass auch Schwimmer durch zehn Stunden Schlaf pro Nacht ihre Sprintgeschwindigkeit, die Reaktionszeit beim Sprung ins Wasser wie auch der Frequenz der Beintempi erheblich steigern können.

"Ausreichend Schlaf wirkt sich sowohl auf die Leistung, Motorik, Feinmotorik und Konzentration als auch auf die Stimmung und den Antrieb des Einzelnen positiv aus", bestätigt Bernd Saletu, Schlafmediziner und Autor des Buches "Was sie schon immer über Schlaf wissen wollten", im pressetext-Interview. Auch für Sportler sei die wichtigste Regel der Schlafhygiene, den täglichen Schlafbedarf zu decken. Dieser beträgt in den meisten Fällen zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht, wobei Frauen durchschnittlich eine Stunde mehr benötigen als Männer. Ob man auf Dauer länger als die benötigte Zeit schlafen kann, um dadurch die Leistung zu steigern, stellt Saletu jedoch in Frage. "Einerseits schaffen es die wenigsten aufgrund des Zeitmangels, andererseits wacht man nach der Schlafenszeit, die der Körper benötigt, auf."

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://stanfordhospital.org
http://www.sleepmeeting.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie