Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besser hören mit Hörgeräten kann trainiert werden

29.08.2011
Studie am Uniklinikum Jena untersucht bessere Anpassung von Hörgeräten durch Hörtraining

Hörgeräte geben Schwerhörigen das verlorene Hörvermögen zurück. Die kleinen Apparate können dafür sorgen, dass die verstummte Welt wieder zu klingen beginnt. Doch oftmals sind Hörgeräteträger enttäuscht, weil das Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurückbleibt: Die neuen Töne sind zu laut, ungewohnt im Klang und schwer zu verstehen. In der Folge werden Hörgeräte nicht genutzt oder von Anfang an abgelehnt.

Wie hier Abhilfe geschaffen werden kann, untersuchen derzeit Jenaer HNO-Ärzte und Hörgeräteakustiker mit einer Studie zu einer besseren Hörgräteanpassung durch ein vorheriges Hör-Trainingsprogramm.

„Umfragen haben gezeigt, dass jeder Zehnte sich trotz einer Notwendigkeit gegen ein Hörgerät entscheiden würde“, erklärt Dr. Gerlind Schneider vom Universitätsklinikum Jena. Obwohl moderne Hörgeräte eine bessere Versorgung ermöglichen, ist die Hemmschwelle vieler Betroffenen hoch. Das führt zu einer Unterversorgung.

„In Deutschland leben derzeit etwa 15 Millionen Hörgeschädigte. Hörstörungen zählen damit zu den sechs häufigsten Erkrankungen, die nachhaltig die Lebensqualität beeinträchtigen“, so die Oberärztin der Jenaer HNO-Klinik. Schwerhörige verlieren den Kontakt zur Außenwelt und leiden oft unter ihrer sozialen Einsamkeit. „Hörverlust ist ein stilles Leiden – die Betroffenen hören Stille und sprechen nicht darüber“, sagt Schneider.

Aus dieser unfreiwilligen Stille wollen die Jenaer HNO-Ärzte den Betroffenen durch eine bessere Hörgeräteanpassung heraushelfen. In einer über mehrere Jahre angelegten Studie untersuchen die Experten, wie durch ein Hörtraining die Wiederherstellung des Hörvermögens mit Apparateunterstützung verbessert werden kann.

„Das Ziel des Hörtrainings ist es, die durch den Hörverlust eingeschränkte Klangverarbeitung vor der Nutzung eines Hörgerätes besser auszunutzen“, erläutert Dr. Gerlind Schneider. Das intensive Hörtraining soll dem Hörgeräteträger halfen, aus den verbliebenen Frequenzbereichen mehr nutzbare Informationen zu ziehen.

Praktisch erfolgt das mit Hilfe spezieller Trainingshörgeräte, mit denen zu Hause mit einer CD geübt werden kann. Nach vier Wochen Training werden die Hörgeräte individuell angepasst. „Unser Gehirn filtert Höreindrücke, sodass wir trotz Nebengeräuschen die wichtigen Informationen erhalten“, beschreibt Gerlind Schneider. „Unsere Trainingsmethoden sollen dafür sorgen, dass diese Fähigkeit wiederhergestellt wird und so die Hörgeräte besser genutzt werden können.“

Für die jetzt beginnende Studie suchen die Jenaer erwachsene Schwerhörige, die noch kein Hörgerät tragen, dieses aber benötigen oder die Hörgeräteanpassung abgebrochen haben. Diese nehmen nach einer Voruntersuchung am Trainingsprogramm teil und erhalten danach ein auf ihre Bedürfnisse angepasstes Hörgerät.

Interessierte können sich unter Tel. 03641/935108 oder E-Mail Thomas.Braunschweig@med.uni-jena.de melden.

Pressekontakt:

Oberärztin Dr. Gerlind Schneider
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/ 935127
E-Mail: Gerlind.Schneider@med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Closing the carbon loop

08.12.2016 | Life Sciences

Applicability of dynamic facilitation theory to binary hard disk systems

08.12.2016 | Physics and Astronomy

Scientists track chemical and structural evolution of catalytic nanoparticles in 3-D

08.12.2016 | Materials Sciences