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Immer mehr Privatbanken schielen auf eine Übernahme

10.12.2007
Das Interesse der Privatbanken an der Übernahme eines Wettbewerbers wächst.

Jede zweite Privatbank (48 Prozent) schaut sich derzeit aktiv nach einem geeigneten Übernahmeziel um – vor einem Jahr war es nur jede fünfte (18 Prozent). Hauptgründe sind eine Erhöhung des Marktanteils und die Hoffnung auf Erschließung neuer geografischer Märkte. Am häufigsten als Zielländer genannt werden dabei China und Russland, gefolgt von den USA und Großbritannien. Das hat eine KPMG-Studie ergeben, für die 166 Privatbanken in aller Welt befragt wurden.

Übernahmen scheitern oft an unterschiedlichen Preisvorstellungen

Jede dritte Privatbank plant, in den nächsten drei Jahren mindestens 500 Millionen US-Dollar für Übernahmen auszugeben – in Asien ist es sogar jede zweite. 20 Prozent wollen dafür sogar über 1 Milliarde US-Dollar investieren.

Doch scheitern zurzeit viele Akquisitionen an den unterschiedlichen Preisvorstellungen zwischen potenziellem Käufer und Verkäufer, sagt die Hälfte der befragten Privatbanken. KPMG-Vorstand Gottfried Wohlmannstetter: „Der hohen Nachfrage steht seit einiger Zeit de facto kein Angebot gegenüber. Die möglichen Targets sehen bei der derzeit guten Ertragslage keine Notwendigkeit, ihre Unabhängigkeit in Frage zu stellen. Das mag bei einer Verschlechterung der Marktsituation schnell anders aussehen, dann jedoch zu für den Veräußerer deutlich ungünstigeren Konditionen.“

Verwaltetes Vermögen kann durch Übernahme schrumpfen

Mit einer Übernahme verknüpfen Privatbanken oft die Hoffnung, ihre Kundenbasis (und damit den Umfang des verwalteten Vermögens) vergrößern zu können. Doch die Umfrage zeigt, dass zumindest in den vergangenen drei Jahren eher das Gegenteil der Fall war. Über die Hälfte (55 Prozent) der Banken gibt an, dass sich in diesem Zeitraum das Volumen des erworbenen Kundenvermögens im ersten Jahr nach ihrer größten Übernahme verringert hat – zum Teil deutlich. Lediglich jede vierte Bank verzeichnete nach einer Übernahme einen Anstieg des verwalteten Vermögens. Die Befragten sind im Vergleich zum Vorjahr aber zuversichtlicher, entsprechende Verluste künftig in Grenzen halten zu können. Doppelt so viele wie 2006 gehen davon aus, ihre Kundenbasis mindestens stabil halten oder gar verbreitern zu können.

M&A-Transaktionen steigern meist den Shareholder Value

Positiv äußerten sich die meisten Befragten über ihre Erfahrungen mit bereits erfolgten Transaktionen. So gaben 80 Prozent an, der Shareholder Value des eigenen Unternehmens habe sich durch eine Übernahme in den vergangenen drei Jahren erhöht. 22 Prozent sagen sogar, dieser habe sich „deutlich“ verbessert.

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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