Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Server so klimaschädigend wie Geländewagen

05.12.2007
IT-Verantwortliche sind sich Umweltbelastung kaum bewusst

Der Wirtschaftssektor Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ist schon jetzt für ebenso viel CO2-Ausstoß verantwortlich wie die Luftfahrtindustrie - wächst aber deutlich schneller. Ein Server bedingt dabei so viel CO2-Emission wie ein geländegängiges Sports Utility Vehicle (SUV). Die meisten IT-Verantwortlichen sind sich der Umweltbelastung ihrer Betriebe aber gar nicht bewusst. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Studie "An Inefficient Truth" der britischen Umweltorganisation Global Action Plan http://www.globalactionplan.org.uk .

Einen direkten CO2-Ausstoß wie Fahr- oder Flugzeuge haben Computer zwar in der Regel nicht. Doch sie haben einen "Carbon Footprint", eine Auskoppelung aus dem allgemeinen ökologischen Fußabdruck. "Korrekt umgesetzt ist der 'Carbon Footprint' der Fußabdruck in Zusammenhang mit Energieverbrauch nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Herstellung und Entsorgung", erklärt Wolfgang Pekny, Geschäftsführer der Plattform Footprint http://www.footprint.at , gegenüber pressetext. Oft werde aber nur die im Betrieb verursachte CO2-Emission mit dem Term bezeichnet.

Die Studie von Global Action Plan bezieht sich auf einen jährlichen Carbon Footprint. Die zusammengetragenen Ergebnisse verschiedener Wissenschaftler sind alarmierend: Mit über einer Mrd. Computern weltweit ist IKT für rund zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Das entspricht in etwa dem Anteil der Luftfahrtindustrie, welche die IKT-Branche durch stärkeres Wachstum aber bald als Umweltsünder überflügeln könnte. Prägnant ist auch der Vergleich eines mittelgroßen Servers, der den gleichen "Carbon Footprint" wie ein Familien-SUV mit einem Verbrauch von einer Gallone pro 15 Meilen (annähernd 20 Liter pro 100 Kilometer) hat. Das liegt auch daran, dass Server ebensoviel Energie für Kühlung wie für den Betrieb verbrauchen. "Serveranlagen sollten in dieser Hinsicht effizienter gekühlt werden", meint dazu Pekny.

In einer Befragung der IT-Verantwortlichen 120 britischer Unternehmen hat Global Action Plan auch festgestellt, dass diese den genauen Einfluss ihrer Unternehmen auf die Umwelt meist nicht kennen. Nicht einmal die Hälfte kennt die Energierechnungen ihrer Unternehmen, nur knapp ein Drittel der IKT-Abteilungen bezahlt diese zumindest anteilig. Den genauen "Carbon Footprint" ihrer Abteilung kennen gar 86 Prozent nicht. Immerhin glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass der Umwelteinfluss der IKT-Branche signifikant ist und dass Umwelt-Überlegungen zukünftige Käufe beeinflussen werden. In dieser Hinsicht erwähnt Pekny energieeffizientere Chips wie etwa die kürzlich von Intel vorgestellten (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071112038 ) als wichtigen Schritt, den die IKT-Branche zumindest aus Gründen der Energiekosten annehmen werde.

Pekny gibt abschließend zu bedenken, dass beim Vergleich von IKT und Fahrzeugen eines nicht außer acht gelassen werden sollte. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren werden immer direkte CO2-Emissionen verursachen. "Dagegen", so Pekny, "ist der 'Carbon Footprint' von elektrischen Anlagen theoretisch stark zu reduzieren, wenn sie mit Strom aus Alternativenergiequellen betrieben werden."

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.globalactionplan.org.uk
http://www.footprint.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Clash of Realities 2017: Registration now open. International Conference at TH Köln

26.07.2017 | Event News

Closing the Sustainability Circle: Protection of Food with Biobased Materials

21.07.2017 | Event News

»We are bringing Additive Manufacturing to SMEs«

19.07.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Oestrogen regulates pathological changes of bones via bone lining cells

28.07.2017 | Life Sciences

Satellite data for agriculture

28.07.2017 | Information Technology

Abrupt motion sharpens x-ray pulses

28.07.2017 | Physics and Astronomy