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Internationale Studie: Amoktäter haben oft beruflich mit Waffen zu tun

30.04.2002


Amoktaten werden auch imitiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die unter der Leitung von Prof. Dr. Armin Schmidtke von der Universität Würzburg durchgeführt wurde.



Schmidtke, der an der Würzburger Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie tätig ist, hat mit Kollegen aus Mannheim und den USA insgesamt 143 Amokfälle untersucht, die zwischen 1993 und 2001 in verschiedenen Ländern begangen wurden und die jeweils ein großes Medieninteresse nach sich zogen.

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Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Amoktaten zeitlich nicht zufällig verteilten, sondern sehr häufig in einem Zeitraum von bis zu 18 Tagen aufeinanderfolgten. Bis auf eine Ausnahme handelte es sich bei der Mehrzahl der Täter um jüngere Männer, durchschnittlich 35 Jahre alt, die oft aus Rachemotiven töteten. Bei einigen der untersuchten Zeitperioden waren der Beruf oder die Bezugsgruppe der Täter fast identisch: Angestellte (Post), Soldaten, Polizisten und Schüler.

Überraschend hoch war laut Prof. Schmidtke der Anteil von Amoktätern mit einem Bezug zu Berufen, bei denen Waffen üblich sind oder bei denen der Kontakt zu Waffen vorhanden ist: 28 Prozent der Täter waren Soldaten, sieben Prozent Polizisten. Einige wurden auch als "Waffennarren" beschrieben.

In vielen Fällen glich sich die Durchführung der Taten verblüffend: Die Täter wählten die gleiche Kleidung, zum Beispiel Kampfanzüge, oder verhielten sich gleich, indem sie für die Durchführung der Tat beispielsweise einen Turm bestiegen. In einigen Fällen wurden bei den Tätern Berichte über frühere Amoktaten gefunden. Außerdem berichteten die Täter auch, dass frühere Amoktaten ihr Vorbild gewesen seien.

Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass ähnlich wie bei suizidalen Handlungen auch einige Amoktaten mit großer Wahrscheinlichkeit imitiert werden und dass diese Imitation über Länder und Kontinente hinweg erfolgen kann.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie werden in Kürze in der Fachzeitschrift "Suizidprophylaxe" veröffentlicht. An der Untersuchung beteiligt waren Wissenschaftler der Universität Würzburg sowie vom Otto-Selz-Institut für Psychologie und Erziehungswissenschaft der Universität Mannheim, der Stockton Universität (New Jersey) und der Wayne State Universität (Michigan), beide USA. Die Ergebnisse wurden erstmals vor wenigen Tagen auf einem internationalen Kongress von Suizidforschern in Washington (USA) präsentiert.

Robert Emmerich | idw

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