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Husten und Heiserkeit im Visier: Neue Studie zur Bronchitis in Gauting

19.11.2007
Husten, Schnupfen, Heiserkeit gehen gerade wieder um - es gibt wohl niemanden, der nicht schon einmal von einer Entzündung der Atemwege (Bronchitis) betroffen war.

Eine Bronchitis kann akut verlaufen, aber auch chronisch werden und zu schweren Lungenschäden führen. Ausgelöst wird sie durch Infektionen oder durch die Inhalation von schädlichen Substanzen wie Zigarettenrauch. Was bei akuten oder chronischen Entzündungen der Atemwege im Körper genau passiert ist immer noch unklar, und insbesondere für die COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) fehlen wirksame Therapien.

Licht ins Dunkel bringen soll nun eine neue Studie der Klinischen Kooperationsgruppe (KKG) "Entzündliche Lungenerkrankungen", für die noch gesunde Freiwillige gesucht werden.

Die KKG ist eine gemeinsame Einrichtung des GSF - Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit und der Asklepios-Fachklinik in Gauting. Der Leiter der Studie, Professor Ziegler-Heitbrock und seine Mitarbeiter wollen die zellulären und molekularen Mechanismen der Bronchitis an einem Modell erforschen: Durch das Inhalieren von bakteriellem Lipopolysaccharid (LPS) wird eine Entzündung der Atemwege ausgelöst und anschließend deren Verlauf untersucht.

LPS wird von bestimmten Bakterien freigesetzt, die Infektionen der Atemwege verursachen. In der Umwelt sind wir LPS in vielfältiger Weise ausgesetzt: Besonders in der Landwirtschaft und im mit organischen Materialien arbeitenden Gewerbe (Baumwoll-Industrie, Getreide-Industrie) kommen hohe Belastungen vor. Außerdem ist LPS auch in Zigarettenrauch enthalten. Für die Studie werden ausschließlich gesunde Nichtraucher im Alter von 18-65 Jahren ohne berufliche LPS-Exposition gesucht. Alle Teilnehmer erhalten neben der Erstattung der Fahrtkosten auch eine Aufwandsentschädigung.

Das zur Inhalation eingesetzte hochreine LPS kann keine bakterielle Infektion auslösen, da es kein intaktes lebendes Bakterium ist, sondern nur einen Baustein dieser Keime repräsentiert. Es löst aber zuverlässig eine Entzündung aus, die zu einer Reizung der Atemwege und zu Heiserkeit führt. Dies ist verbunden mit einer milden Abgeschlagenheit wie bei einem leichten grippalen Infekt. In der Lunge und im Blut kommt es dabei zu einem Anstieg der weißen Blutkörperchen. Alle Symptome klingen innerhalb von 24 Stunden wieder ab.

Untersucht werden sollen die Entzündungswerte im Exhalat (kondensierte Feuchtigkeit in der Ausatemluft) und im Sputum (abgehusteter Schleim aus den Atemwegen). Parallel werden einige Blutproben entnommen und es wird die Lungenfunktion und die Körpertemperatur über mehrere Tage gemessen.

Auf diese Weise wollen Ziegler-Heitbrock und sein Team neue Erkenntnisse über die Entzündungsprozesse in den Atemwegen gewinnen, die letztendlich auch zu neuen diagnostischen und therapeutischen Verfahren für Patienten mit akuter und chronischer Bronchitis beitragen können.

Interessierte Freiwillige können sich bei Herrn Dr. W. Möller in der Asklepios-Fachklinik melden, Tel.: 089 3187 1881, email: moeller@gsf.de,

Adresse: GSF Forschungszentrum, KKG Gauting, Robert Koch Allee 29, 82131 Gauting (in der Asklepios Lungenklinik).

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2007/bronchitis.php

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