Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ADHD: Gehirne der Kinder entwickeln sich langsamer

13.11.2007
Forscher weisen eine Verzögerung von drei Jahren nach

Die Gehirne von Kindern, die an Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) leiden, entwickeln sich nicht in der gleichen Geschwindigkeit wie die ihrer Altersgenossen. Wissenschaftler des National Institute of Mental Health (NIMH) haben eine durchschnittliche Verzögerung von drei Jahren in der Entwicklung des Kortex nachgewiesen. Sie untersuchten 450 Kinder. Die Hälfte der Teilnehmer war an ADHD erkrankt. Die Hirnrinde spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufmerksamkeit und der Planung. Experten hoffen, dass die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie Ansätze für neue Behandlungsmöglichkeiten liefern kann.

Die Forscher untersuchten, wann und wo das Gehirn die größte Dichte erreichte, die als Marker für Reife eingesetzt wird. Von den 223 Jungendlichen mit ADHD erreichte die Hälfte der 40.000 im Kortex untersuchten Stellen ihre größte Dichte im Alter von 10,5 Jahren. Bei der gesunden Kontrollgruppe wurde dieser Wert mit 7,5 Jahren erreicht. Trotz der Verzögerung entwickelte sich das Gehirn normal. Der leitende Wissenschaftler Philip Shaw betonte, dass diese Ergebnisse die betroffenen Familien beruhigen sollten. Zudem sei damit erklärt, warum manche Kinder einfach aus der Krankheit herauszuwachsen scheinen. Weitere Studien sollen untersuchen, warum diese Verzögerung stattfindet und wie die Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden können.

Britische Experten wie David Coghill von der University of Dundee warnten laut BBC, dass diese Ergebnisse nicht bedeuteten, dass Kinder mit ADHD ihre Entwicklung nach dieser dreijährigen Verzögerung aufholten. Vielmehr sei es so, dass ihre Altersgenossen sich weiter entwickelten. "In diesem Stadium werden die Verbindungen im Gehirn verfeinert und werden organisierter. Wenn also die Gehirne der erkrankten Kinder weiter wachsen, verändern sich die Gehirne der gesunden Kinder bereits auf eine ganz andere Art und Weise." Das bedeute, dass Heranwachsende mit ADHD in vielen der wichtigen Fähigkeiten wie Gedächtnis, Steuerung des Antriebs und Planung benachteiligt sein können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nimh.nih.gov
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: ADHD Behandlungsmöglichkeit Dichte Kortex Verzögerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie