Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Langzeitprognosen für Frühchen

13.11.2007
Sehr kleine Frühgeborene können später dieselbe Lebensqualität erreichen wie Normalgeborene. Das hat eine Studie unter der Leitung von Professor Hans Michael Straßburg von der Kinderklinik der Universität Würzburg gezeigt.

Die Ergebnisse werden ausführlich auf einem öffentlichen Symposium am Samstag, 17. November, ab 9.30 im Hörsaal der Kinderklinik in der Josef-Schneider-Straße 2 präsentiert.

Die Versorgung sehr kleiner Frühgeborener mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm ist heute eine wesentliche Aufgabe der Kinder- und Jugendmedizin. Dank einer personell und technisch äußerst aufwändigen Behandlung in den ersten Lebenswochen auf hoch qualifizierten Intensivstationen sind die Überlebenschancen dieser extrem früh geborenen Kinder seit circa 30 Jahren stetig gestiegen.

"Aus großen Studien, die auch in Deutschland an verschiedenen Stellen durchgeführt wurden, ist seit vielen Jahren bekannt, dass bei rund 30 Prozent dieser Kinder im späteren Leben die Gesundheit beeinträchtigt ist", sagt Professor Straßburg. Die ehemaligen Frühchen leiden demnach zum Beispiel an Bewegungsstörungen, Intelligenzminderungen, Sehstörungen oder chronischen Lungenerkrankungen. Außerdem seien immer wieder Kommunikations- und Verhaltensprobleme beschrieben worden.

"Aber viele von ihnen entwickeln sich zumindest in den ersten Lebensjahren auch ganz normal. Doch über ihren weiteren Werdegang im Jugendlichen- und Erwachsenenalter ist in Deutschland bisher erstaunlich wenig bekannt", so der Professor. Darum hat eine Arbeitsgruppe unter seiner Leitung nun bei einer multizentrischen Studie Daten von circa 300 ehemals sehr kleinen Frühgeborenen analysiert, die jetzt 18 bis 24 Jahre alt sind. Eine Hälfte davon wurde in verschiedenen Kinderkliniken der alten Bundesländer, die andere Hälfte zwischen 1980 und 1986 in der ehemaligen DDR behandelt.

Mit einem Fragebogen erhoben die Wissenschaftler Daten zur Schul- und Berufsausbildung, zu aktuellen Krankheitsproblemen und besonders auch zur subjektiv empfundenen Lebensqualität. "Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich die ehemals sehr kleinen Frühgeborenen in punkto Lebensqualität nicht wesentlich von anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterscheiden", so Straßburg. Über 80 Prozent der Befragten haben einen qualifizierten Schulabschluss, ein Viertel davon das Abitur.

Am Abend des Symposiums wird dann Geburtstag gefeiert: Vor 15 Jahren wurde nämlich das Sozialpädiatrische Zentrum "Frühdiagnosezentrum" Würzburg gegründet. Es entstand 1992 als Ambulanz für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten und Behinderungen. Seither wurden dort ungefähr 15.000 Patienten und ihre Eltern betreut, viele von ihnen von den ersten Lebensjahren an bis mittlerweile auch in das beginnende Erwachsenenalter.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Hans Michael Straßburg, T (0931) 201-27709, strassburg_h@kinderklinik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Frühchen Frühgeboren Kinderklinik Lebensqualität Straßburg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz