Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachkollegiaten bewerten reformiertes DFG-Peer Review System

05.11.2007
iFQ veröffentlicht Working Paper mit dem Titel "Peer Review in der DFG: Die Fachkollegiaten"

Heute werden - dem vierjährigen Turnus entsprechend - zum zweiten Mal die Fachkollegiaten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von deutschen Wissenschaftlern gewählt. Hat sich das neue DFG-Peer Review System bewährt? Wie beurteilen die noch amtierenden Fachkollegiaten das reformierte Begutachtungsverfahren? Diese Fragen stellte das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) den 577 Kollegiaten und Kollegiatinnen. Die Ergebnisse sind heute in Form eines Working Papers mit dem Titel "Peer Review in der DFG: Die Fachkollegiaten" veröffentlicht worden.

Eingeführt wurde das neue System der Fachkollegien 2004 als Reaktion auf eine Systemevaluation von DFG und Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Die zentrale Aufgabe der Fachkollegiaten besteht in der Qualitätssicherung der Begutachtung. Sie bewerten ehrenamtlich den Prozess und die Ergebnisse der Begutachtung für jeden Antrag und formulieren eine Förderempfehlung.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich das neue DFG-Begutachtungssystem aus der Sicht der Kollegiaten bewährt hat. Rund 70 Prozent der Fachkollegiaten beurteilen das neue Verfahren positiv. Zugleich wird an einzelnen Punkten deutlich, dass der Reformprozess noch offene und umstrittene Fragen hinterlassen hat, die in der weiteren Ausgestaltung des Verfahrens berücksichtigt werden sollten. So empfindet ein Teil der Befragten das Auswahlverfahren der Gutachter durch die DFG-Geschäftstelle als nicht hinreichend transparent.

Die Befunde weisen darauf hin, dass durch die Reform sensible Bereiche einer Forschungsförderungsorganisation berührt wurden. Denn bei Fragen danach, wer die Gutachter auswählt oder welches Gewicht das Votum der Gutachter im gesamten Entscheidungsverfahren haben soll, geht es nur vordergründig um technisch-organisatorische Probleme. Es handelt sich vielmehr um Fragen der Machtbalance, des Einflusses der wissenschaftlichen Gemeinschaft, der Fairness und nicht zuletzt um das Ansehen, das eine Förderorganisation und ihre Gutachter genießen.

In der Befragung des iFQ wurden darüber hinaus eine ganze Reihe von Themen angesprochen: wie zum Beispiel die finanzielle Entschädigung für die Arbeit der Kollegiaten und Gutachter, die Frage nach mehr Transparenz im Begutachtungsprozess, die Qualität der Gutachten, die Gutachterauswahl oder die Evaluation des DFG-Gutachtersystems sowie eine ganze Reihe von Fragenkomplexen, die bereits in der Allensbacher Hochschullehrerbefragung in den Jahren 1977/78 und 1983/84 thematisiert wurden (z.B. die Bedeutung ausländischer Gutachter).

Die Studie steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: http://www.forschungsinfo.de/Publikationen/Download/iFQ_Working%20Paper%20No%202_FK.pdf.

Das iFQ ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die von der DFG als "Hilfseinrichtung der Forschung" gefördert wird. Aufgabe des iFQ ist es, Förderprogramme der DFG zu evaluieren, Methoden und Instrumente für die Forschungsevaluation zu entwickeln, empirisch fundierte Aussagen über Ergebnisse und Erfolge der deutschen Forschung im nationalen und internationalen Vergleich zu treffen und die Nachwuchssituation in diesem Forschungsgebiet zu verbessern.

Kontakt:
Meike Olbrecht (geb. Siekermann)
Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung
Telefon: 0228/97273-13
E-Mail: siekermann@forschungsinfo.de

Meike Olbrecht | alfa
Weitere Informationen:
http://www.forschungsinfo.de
http://www.forschungsinfo.de/Publikationen/Download/iFQ_Working%20Paper%20No%202_FK.pdf

Weitere Berichte zu: DFG DFG-Peer Fachkollegiat Gutachter Kollegiat Review

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Metalle verbinden ohne Schweißen

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf

23.04.2018 | Medizin Gesundheit

Wie zerfallen kleinste Bleiteilchen?

23.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics