Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaftsstandort Deutschland besser als sein Image

25.02.2002


Deutschland / Kleve und die Niederlande / Gelderland im Vergleich: Deutschland holt auf

Das schlechte Image des Wirtschaftsstandortes Deutschland / Nordrhein-Westfalen gegenüber den Niederlanden muss revidiert werden: Wie ein Vergleich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen zeigt, können die Niederlande keine absoluten Vorteile aufweisen. Der Standort Deutschland ist besser als sein Ruf - so das Ergebnis einer Studie, die das internationale Beratungs- und Prüfungsunternehmen Andersen im Auftrag der Stadt Kleve und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Nordrhein-Westfalen erstellt hat. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Aussagen des Bundesbeauftragten für Auslandsinvestitionen, Hilmar Kopper, der Deutschland für gut positioniert hält.

Die Andersen-Studie untersucht die Rahmenbedingungen, die Unternehmen bei einer Neugründung oder Betriebserweiterung in den grenznahen Gebieten Nordrhein-Westfalens und der Niederlande im Jahr 2001 vorfanden. Im Mittelpunkt stehen die Faktoren Steuern, Arbeit, Förderung, Umweltauflagen und grenzüberschreitende Initiativen.

„Bei der Betrachtung der Standortfaktoren lassen sich teilweise zwar noch erhebliche Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden ausmachen“, erklärt Josef Klute, Partner bei Andersen. „Dafür zeichnen sich einige Bereiche aber durch eine zunehmende Annäherung beider Länder aus. Von einem generellen Nachteil des Standortes Deutschland kann de facto nicht gesprochen werden“, so Klute.

Beim Faktor Steuern ist diese Aussage nicht überraschend: Die Auswirkungen der Steuerreformen in beiden Ländern werden sich wohl erst mittelfristig zeigen – so die Studie.

Im Vorteil sind die Niederlande beim Faktor Arbeit: Die Flexibilität bei der Arbeitsvermittlung und die weit verbreitete Zeitarbeit werden als positiv erachtet. Doch Deutschland holt auf - mit einem steigenden Anteil an Zeitarbeit und zunehmend flexiblen Arbeitszeiten. Wie die Studie zeigt, wird in der nächsten Zeit mit einem jährlichen Wachstum der Zeitarbeit von über 20 Prozent gerechnet.

Wie der Vergleich der Fördermöglichkeiten zeigt, gibt es auf beiden Seiten eine Vielfalt an Programmen. Im Vergleich zu Deutschland existieren jedoch in den Niederlanden weniger standardisierte Programme. Höhe und Art der Förderung hängt hier sehr stark vom Einzelfall ab.

Die Studie macht deutlich, dass die Umweltgesetzgebung in beiden Ländern grundsätzlich vergleichbar ist und ihre Auflagen nicht per se einen Nachteil bedeuten. Zwar ist die niederländische Gesetzgebung weniger komplex. Doch die Vorteile des deutschen Ansatzes zeigen sich in einer höheren Rechts- und Planungssicherheit für Unternehmen. Grenzüberschreitende Kooperationen tragen einen erheblichen Teil zur Annäherung der Standorte Nordrhein-Westfalen/Kleve und Gelderland bei – so die Studie. Als wichtigste Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Kommission ist hier das Projekt INTERREG zu nennen, das die Verbesserung der räumlichen Struktur sowie Wirtschafts- und Technologieprojekte verfolgt.

Auch das erfolgreiche Städtenetz ANKE ist zu erwähnen, das auf eine Kooperation der Städte Arnhem, Nijmegen, Kleve und Emmerich zurückgeht. Wesentliche Ziele sind die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stärkung kultureller und wirtschaftlicher Verflechtungen und die Förderung grenzüberschreitender Projekte.

Ute Freundl | Presse

Weitere Berichte zu: Gelderland Wirtschaftsstandort Zeitarbeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz