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Studie untersucht Neurodermitis-Medikamente

31.10.2007
UKM-Hautklinik sucht Probanden mit besonders schwerer Neurodermitis

Unter der Federführung der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus wollen Wissenschaftler die Wirksamkeit von Ciclosporin und Prednisolon bei der Therapie von Neurodermitis-Patienten überprüfen.

Ärzte setzen die entzündungshemmenden Tabletten ein, wenn die Autoimmunkrankheit besonders schwer verläuft und äußerlich angewandte Medikamente keine deutliche Besserung bringen. Welche der beiden in Tablettenform gegebenen Substanzen die Symptome am Besten unterdrückt, soll die von Dresden aus koordinierte klinische Studie klären, an der sich auch Wissenschaftler aus Hamburg, Kiel, Graz und Münster beteiligen. Für die auf 19 Wochen angelegte Studie sucht die Uni-Hautklinik Neurodermitis-Patienten im Alter von 18 bis 55 Jahren, die in dieser Zeit acht Mal von den Studienärzten untersucht werden.

Die Ausgangslage ist paradox: Bei Neurodermitis-Schüben verschreiben die Ärzte vorrangig Prednisolon-Medikamente, zu dessen Wirksamkeit jedoch keine Studien vorliegen. Beim Wirkstoff Ciclosporin verhält es sich genau umgekehrt: Dessen entzündungshemmende Wirkung ist wissenschaftlich belegt, doch es wird nur sehr selten verschrieben. „Arzneien mit Prednisolon sind seit vielen Jahren auf dem Markt. Sie werden bei einer großen Bandbreite von entzündlichen Erkrankungen eingesetzt“ sagt Dr. Jochen Schmitt von der Hautklinik des Universitätsklinikums. Viele der seit Jahrzehnten verwendeten Medikamente mussten seinerzeit nicht die heute geforderten Studien durchlaufen, um zugelassen zu werden.

Auch wenn die Nebenwirkungen des Prednisolons bekannt sind und das Medikament als sicher gilt, können Wissenschaftler heute die Frage nach positiven Effekten für Neurodermitis-Patienten nicht beantworten. Hier setzt die von Dr. Schmitt initiierte klinische Vergleichsstudie an. Sie will die Wirkung beider Substanzen klinisch testen. In Frage kommen nur solche Patienten, die schwer an dieser Autoimmunkrankheit leiden, zwischen 18 und 55 Jahre alt sind und in der Zeit der Studie keine entzündungshemmenden Salben verwenden.

Damit die Ergebnisse eine hohe Aussagekraft erhalten, haben sich die Forscher für eine so genannte Doppelblindstudie entschieden. „Weder der Studienarzt noch der Patient wissen, welcher Wirkstoff zum Einsatz kommt – darüber entscheidet das Los“, erklärt Dr. Schmitt. Während das Prednisolon bei einem Neurodermitis-Schub nur zwei Wochen eingesetzt werden darf, gilt für Ciclosporin eine dreimal so lange Einnahmezeit. Arzt und Patient bemerken das nicht: Beide Wirkstoffe kommen in dieselbe Kapselform, statt dem Prednisolon nimmt dieser Teil der Probanden in den Wochen drei bis sechs ein Placebo ein. Danach schließt sich für beide Gruppen zwölfwöchige Frist an, in der die Patienten weiter ärztlich beobachtet werden. Insgesamt kommt jeder Proband acht Mal zur Studienvisite ins Klinikum. Dabei untersuchen die Ärzte die Haut des Patienten und befragen ihn intensiv zu Lebensqualität, Symptomen und Leistungsfähigkeit.

An der Studie interessierte Patienten können sich anmelden unter der Mailadresse

http://derma.klinikum.uni-muenster.de/studienanmeldung.html, unter der Telefonnummer 0251-83 56558 oder per E-Mail zid@ukmuenster.de.

Simone Hoffmann
Leiterin Stabsstelle Unternehmenskommunikation
und Pressestelle
Universitätsklinikum Münster (UKM)
Domagkstr. 5
48149 Münster
Tel.: 02 51/ 83-5 58 66
simone.hoffmann@ukmuenster.de

Simone Hoffmann | UKM Münster
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/
http://derma.klinikum.uni-muenster.de/studienanmeldung.html

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