Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahl der Angriffe auf Unternehmens-IT steigt

24.10.2007
Die IT-Sicherheitsverantwortlichen in Deutschland sind stark gefordert: Mehr als ein Viertel der Unternehmen melden in den vergangenen zwölf Monaten einen Anstieg der Angriffe auf die Firmen-IT. Dies sind acht Prozent mehr als noch 2006.

Erfreulich dabei: Nur fünf Prozent der Angriffe sind erfolgreich. Im Vorjahr führten noch 22 Prozent der Einbrüche in die Firmennetze zu messbaren Schäden.

Dies zeigt, dass die Investitionen in zusätzliche Schutzmaßnahmen greifen. 25 Prozent der Firmen hatten ihre Budgets für IT-Sicherheit für dieses Jahr noch einmal ausgeweitet; zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "IT-Security 2007" der InformationWeek, die zusammen mit Steria Mummert Consulting ausgewertet wurde.

Am stärksten zu schaffen machen den IT-Abteilungen immer noch Computerviren und Trojaner. Fast 60 Prozent der IT-Sicherheitsverstöße gehen auf das Konto der kleinen Programme zum Ausspionieren, Zerstören und Manipulieren fremder IT-Systeme.

Allerdings machen die Unternehmen auch hier Fortschritte bei der
Abwehr: Seit 2005 ging die Bedrohung durch Viren deutlich um rund 20 Prozentpunkte zurück. Ebenfalls rückläufig gegenüber dem Vorjahr ist der Missbrauch von E-Mail-Adressen mit dem Ziel, sich Zugang zu Unternehmensdaten zu verschaffen.

Hier greifen ebenfalls die verstärkten Sicherheitsinvestitionen der vergangenen Jahre. 69 Prozent der befragten IT-Entscheider haben den E-Mail-Verkehr im Unternehmen neu organisiert. Er entspricht nun den gesetzlichen Anforderungen, beispielsweise dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) oder dem Aktiengesetz.

Unter anderem existieren klare interne Vereinbarungen für die Nutzung der Firmen-E-Mail-Software für private Zwecke sowie exakte Bestimmungen, in welcher Form E-Mails archiviert werden.

Oberste Priorität bei den IT-Sicherheitsverantwortlichen hat derzeit das Stopfen interner Sicherheitslöcher. Zwar entsteht fast die Hälfte der Schäden durch Computerhacker. Allerdings sind die Mitarbeiter mittlerweile für jeden dritten IT-Sicherheitsverstoß im Unternehmen verantwortlich oder zumindest daran beteiligt. Diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

Ein Fünftel der Sicherheitsverstöße wird dabei von aktiven oder ehemaligen Mitarbeitern ohne Zugriffsberechtigung verursacht. Das liegt vor allem daran, dass weniger als die Hälfte der befragten Betriebe ein System zur unternehmensweiten Verwaltung von Nutzern und Zugriffsrechten im Einsatz haben, um den Zugang zu sensiblen Daten zu steuern. Darüber hinaus klappt das Zusammenspiel zwischen Organisation bzw. Mensch und Technik nicht immer reibungslos. Man findet in Unternehmen häufig noch fragmentierte Sicherheitslösungen und Systeme, die nicht ineinandergreifen. Gleichzeitig wird von den Mitarbeitern erwartet, im Umgang mit Unternehmensdaten keine Fehler zu machen. Eine Reihe von Sicherheitslücken bleibt somit offen.

Einen weiteren Grund, warum Mitarbeiter nicht sorgfältig genug mit Unternehmensdaten umgehen, sieht ein Drittel der Sicherheitsverantwortlichen im mangelnden Risikobewusstsein und in einem noch zu niedrigen Stellenwert der IT-Sicherheit in den Chefetagen. Für mehr als ein Viertel von ihnen sind zudem die Mitarbeiter nicht genügend über IT-Risiken aufgeklärt und sensibilisiert. Auf einer Skala von eins (geringe Priorität) bis zehn (hohe Priorität) gibt jedes dritte befragte Unternehmen dem Thema IT-Sicherheit Werte zwischen eins und drei. Zwar existieren in sieben von zehn Unternehmen einheitliche Sicherheitsrichtlinien dazu, wie zum Beispiel mit sensiblen Daten verfahren wird. Ein aktives Risikomanagement sowie regelmäßige Schulungen befinden sich allerdings bei der Mehrheit der befragten Firmen erst im Aufbau.

Das mangelnde Bewusstsein kann Folgen haben: Bei der Hälfte der Unternehmen führten Manipulationen an den IT-Systemen dazu, dass Unternehmensanwendungen über einen bestimmten Zeitraum lahmgelegt werden. Jeder fünfte IT-Verantwortliche berichtet von Teilausfällen, die bis zu 24 Stunden andauerten. In 14 Prozent der befragten Betriebe wirkte sich der Angriff auf die IT negativ auf das Unternehmensimage aus. Ein Komplettausfall des Firmennetzwerks und aller Anwendungen und Dienste kam 2007 bisher bei jedem zehnten befragten Unternehmen vor.

Das finanzielle Ausmaß durch IT-Störenfriede und Datenmissbrauch kann die Mehrheit der Unternehmen in Grenzen halten. Bei 60 Prozent der befragten IT-Entscheider lagen die Schäden durch Angriffe auf die Unternehmens-IT in den vergangenen zwölf Monaten unter 10.000 Euro. Bei jedem fünften Unternehmen blieben die Sicherheitsverstöße sogar ohne finanzielle Folgen.

Hintergrundinformationen

An der Studie "IT-Security 2007" nahmen in der Zeit von Mai bis Juli
2007 533 IT-Manager und IT-Sicherheitsverantwortliche aus Deutschland teil. Die Befragung wurde in Form elektronischer Interviews von der Fachzeitschrift InformationWeek durchgeführt und mit Unterstützung von Steria Mummert Consulting ausgewertet.

Jörg Forthmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte