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Europas Energiehunger verlangt Versorgern Investitionen ab

22.10.2007
Bis 2020 Konsolidierungswelle erwartet - CEE neue Wachstumsregionen

Der europäische Energiehunger nimmt bis 2020 weiter zu, sodass führende Stromerzeuger bis dahin rund 400 bis 500 Mrd. Euro in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Kraftwerke investieren sollten.

Zu diesem Ergebnis kommt das internationale Beratungsunternehmen A.T. Kearney in seiner heute, Montag, vorgestellten Studie. Trotz der zunehmenden Bedeutung fossiler Energieträger für die Stromerzeugung kommt man zu dem Schluss, dass eine nachhaltige Energiewende noch nicht in Sicht ist.

"Für Österreich halte ich bis 2020 Investitionen von zwölf bis 15 Mrd. Euro zur Schaffung zusätzlicher Kapazitäten für notwendig. Erneuerbare Energien bei der Stromerzeugung werden von 69 auf 76 Prozent der installierten Kapazität anwachsen", sagt Florian Haslauer, A.T.-Kearney-Vice-President und Leiter der zentral- und osteuropäischen Energy Practice, im Gespräch mit pressetext.

Laut dem Fachmann ist der Stromverbrauch der EU-15 stark an das Wirtschaftswachstum gekoppelt, was dazu führt, dass bis 2020 die regionalen Strommärkte in Europa zusammenwachsen werden und dieser Effekt durch die Konsolidierung des Marktes noch weiter fortschreitet. Einen Anstieg des europäischen Stromverbrauchs sieht Haslauer hingegen in fast allen Sektoren, wenngleich Privathaushalte und das Gewerbe einen überproportional ansteigenden Löwenanteil ausmachen. Bemerkenswert ist auch, dass der Stromkonsum in den neuen EU-Ländern jährlich um rund 2,2 Prozent zunimmt, während die EU-15 nur 1,2 Prozent Wachstum verzeichnen.

Die Regionen Zentral- und Osteuropas (CEE) etablieren sich mittel- bis langfristig verstärkt als Wachstumsmärkte. Vor allem Bulgarien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Kroatien, Mazedonien und Tschechien zeigen ein überdurchschnittliches Wachstumsplus von jährlich 3,5 Prozent. Obwohl der Bedarf an Strom stetig zu wachsen scheint, wird Strom in Europa derzeit bislang zu 22 Prozent aus Gas, zu 25 Prozent aus Kohle, zu 18 Prozent aus Wasser und nur zu sieben Prozent aus erneuerbaren Energien wie Wind, Biomasse, Sonne oder Geothermie erzeugt. Brancheninsider gehen indes davon aus, dass der Anteil der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken bis 2020 um 82 Prozent ansteigt. Trotzdem blieben die ehrgeizigen Ziele der EU-Kommission bei erneuerbaren Energien unter den Erwartungen.

Für Haslauer steht vor allem der Ausbau von thermischen Kraftwerken im Fokus, da die Gasverstromung in der Industrie, dem Gewerbe, in Privathaushalten und dem Verkehr zunehmen wird. Laut dem Experten sei Kohle der einzig in Europa vorhandene fossile Primärenergieträger, sodass in Zukunft sowohl thermische Energie als auch Kohle effizient eingesetzt werden müssen, um das hohe Wachstum abfangen zu können. Preisbezogen rechnet der Experte damit, dass die Konsolidierung in der europäischen Stromwirtschaft zur stärkeren Vernetzung der Märkte führt. So soll sich die Marktintegration folglich auch auf die Preisgestaltung niederschlagen.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.atkearney.at

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