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Dicke Männer riskieren Diabetes, Herzleiden und sexuelle Probleme

19.10.2007
Studie am UKM untersucht Zusammenhänge zwischen Fettleibigkeit und Testosteronmangel

Mit fettleibigen Männern befasst sich eine internationale Studie unter Leitung des Instituts für Reproduktionsmedizin (IRM) am Universitätsklinikum Münster (UKM). „Männer mit Übergewicht riskieren Altersdiabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sexuelle Probleme“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Michael Zitzmann, wissenschaftlicher Leiter der Studie. Grund hierfür ist Fettgewebe, das sich um die Organe herum angesammelt hat und Substanzen freisetzt, die die Blutgefäße im Körper schädigen und das Testosteron reduzieren können.

Bereits ein Bauchumfang von über 94 cm und dazu entweder ein zu hoher Blutdruck, zu hohe Blutfette oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel stellen ein Risiko dar. Viele dieser Männer mit einem solchen „metabolischen Syndrom“ haben gleichzeitig einen Testosteronmangel.

Die Folgen: Die Betroffenen fühlen sich müde und niedergeschlagen, Arbeitsleistung und Liebesleben sind nicht mehr wie früher. „Durch Abnehmen verliert der Körper das innen gelagerte Fett und schüttet damit weniger gefäßschädigende Substanzen, aber mehr gefäßschützendes Adiponectin aus“, weiß Michael Zitzmann, der am UKM die Männersprechstunde leitet. Da ein Testosteronmangel jedoch das Abnehmen praktisch unmöglich macht, geraten die Betroffenen in einen Teufelskreis aus Fettansammlung und fortschreitendem Testosteronmangel.

Ziel der aktuellen Studie am UKM ist es jetzt, herauszufinden, ob durch eine Behandlung mit Testosteron das „metabolische Syndrom“ und damit dessen Folgeerkrankungen verringert werden können. Der neue Ansatz, Übergewicht und die drastischen Folgen mit Hormongaben zu bekämpfen, könnte den Teufelskreis aus Fettleibigkeit und Testosteronmangel durchbrechen, so die Annahme der Wissenschaftler.

Sollte die Studie die Hypothese der Mediziner bestätigen, würde nicht nur die Lebensqualität der betroffenen Männer steigen. Auch die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes ließe sich drastisch senken, die Entlastungen für das Gesundheitssystem wären enorm.

Während der sechsmonatigen Studiendauer unterziehen sich die 300 Probanden regelmäßigen Arztvisiten sowie Blutabnahmen. Alle Teilnehmer erhalten kostenlos eine komplette Untersuchung Ihres Gesundheitszustandes, die Medikation ist kostenfrei.

Die internationale Studie, die zusammen mit Wissenschaftlern aus Schweden und Österreich durchgeführt wird, wurde den zuständigen Ethikkommissionen vorgelegt und von der zuständigen Regierungsbehörde genehmigt.

Wer an der Studie teilnehmen oder weitere Informationen möchte, kontaktiert den Studienleiter für Deutschland per E-Mail unter Michael.Zitzmann@ukmuenster.de.

Michael Zitzmann | UKM Münster
Weitere Informationen:
http://www.ukmuenster.de

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