Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizintechnik ermöglicht bis zu 1,5 Mrd. Euro Einsparung jährlich

18.10.2007
Studie analysiert Kostensenkungspotenzial von zehn Medizintechnikprodukten

Bis zu 1,5 Milliarden Euro könnten im Gesundheitswesen eingespart werden, wenn Kliniken und Arztpraxen konsequent moderne Medizintechnik einsetzen würden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität Berlin und der Unternehmensberatung Droege&Comp. im Auftrag des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie und des Medizintechnik-Branchenverbandes SPECTARIS.

Wegen der Investitionskosten wird Medizintechnik von vielen Verantwortlichen bei Krankenkassen sowie bei Ärzten in Kliniken und in Praxen als Kostentreiber angesehen. "Die Studie zeigt jedoch klar, dass diese Annahme völlig falsch ist. Investitionen in moderne Medizintechnik erlauben frühere Erkennung von Krankheiten, kürzere Operationszeiten und schnellere Heilungsprozesse. Das ermöglicht kürzere Aufenthaltszeiten der Patienten in Krankenhäusern und damit Einsparungen bei Material- und Personalkosten", betonten Christian Erbe, stellvertretender Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik, und Ulrich Krauss, Vorsitzender des Fachverbandes Medizintechnik von SPECTARIS.

In der Studie 'Das Einsparpotenzial innovativer Medizintechnik im Gesundheitswesen' wurde an zehn Medizintechnikprodukten detailliert untersucht, wie moderne Medizintechnik Abläufe und Kostenstrukturen verändert. Zu den untersuchten Produkten gehörten unter anderem ein Implantat zur schonenden Versorgung eines gelenknahen Knochenbruches, ein System zur sicheren Bestimmung der optimalen Dioptrien-Stärke einer künstlichen Augenlinse in der Behandlung des Grauen Stars sowie ein Verfahren zur Entfernung von Krebszellen. Dabei wurden - zumeist abhängig von der Zahl der potentiellen Anwendungsfälle - Einsparpotenziale zwischen fünf und 990 Millionen Euro festgestellt. Zusammengerechnet beträgt das Einsparpotenzial der zehn Produkte 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Summiert mit dem Einsparpotenzial der Produkte aus einer Vorgängerstudie des letzten Jahres, in dem andere Produktbeispiele untersucht wurden, beträgt das Einsparpotenzial weit mehr als zwei Milliarden Euro.

Es ist bedauerlich, dass die Einsparpotenziale in Deutschland nicht in vollem Umfang genutzt würden, so Krauss. "Ein politisch überreglementierter Gesundheitsmarkt in Deutschland behindert eine schnelle Verbreitung und flächendeckende Nutzung innovativer Produkte." Dies hat nach Expertenschätzungen zu einem Investitionsstau im Krankenhausbereich von rund 30 Mrd. Euro geführt. Erbe fordert die Politik auf, "sich nicht weiter ausschließlich auf eine Kostenreduktion durch Einschnitte im Gesundheitssystem zu konzentrieren, sondern die Rahmenbedingungen zur kurzfristigen Realisierung der in der Studie dargestellten Einsparpotenziale zu schaffen."

In Deutschland werden jährlich rund 20 Milliarden Euro von den Kliniken und Arztpraxen für Medizinprodukte ausgegeben. Die deutschen Unternehmen der Medizintechnikbranche investieren im Durchschnitt neun Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Ein Drittel ihrer Produkte sind jünger als drei Jahre.

Die Studie ist im Internet unter http://www.spectaris.de/presse/presse_main.htm zu finden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

SPECTARIS
Thomas Krieger
Tel.: 030 414021 15
Mobil: 0160 3505910
Mail: krieger@spectaris.de
ZVEI
F. Rainer Bechtold
Tel.: 069 6302 255
Mail: bechtold@zvei.org

Thomas Krieger | SPECTARIS
Weitere Informationen:
http://www.spectaris.de/presse/presse_main.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration

21.07.2017 | Förderungen Preise

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie