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Web-2.0-Nutzung: Erwachsene lernen von junger Generation

17.10.2007
Über 30-Jährige noch überwiegend passiv

Nutzer-generierte Inhalte im Internet stammen vorwiegend von der jungen Generation unter 30 Jahren. Wie eine aktuelle Analyse von TNS Infratest zeigt, sind in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene die Urheber von Blogs und Online-Enzyklopädie-Einträgen.

Die Rezipienten von Web-2.0-Inhalten hingegen finden sich quer über alle Altersgruppen hinweg und herkömmliche Rollenverteilungen werden dadurch auf den Kopf gestellt: Im Internet der zweiten Generation sind es die jungen Leute, die den Älteren Wissen vermitteln und Informationen verbreiten. So sind etwa 33 Prozent der Wikipedia-Nutzer, die Einträge verfassen, unter 20 Jahren. Der Anteil der Leser, die über 30 Jahre sind, beträgt gleichzeitig rund 65 Prozent.

Web 2.0 ist bislang hauptsächlich eine Domäne junger User, vor allem in Hinblick auf die aktive Nutzung. Dennoch werden auch immer mehr ältere Personen auf die Online-Angebote aufmerksam und beginnen diese - zunächst noch überwiegend passiv - zu nutzen. "Der Trend geht dahin, dass auch vermehrt Erwachsene aktiv Web 2.0-Inhalte nutzen werden. Nicht nur, weil die Jungen mit der Zeit auch älter werden", sagt Sonja Dlugosch, Technologie-Expertin bei TNS Infratest, auf Nachfrage von pressetext. Zunächst aber hätten die Jugendlichen das Web 2.0 für sich als Forum entdeckt, was bedeute, dass die Nutzung bei den über 30-Jährigen nur langsam steigen werde, fügt Dlugosch hinzu.

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Besonders deutlich zeigt sich die aktuelle Situation bei der Nutzung von Blogs. 41 Prozent der aktiven Blogger sind unter 20 Jahre, während die Leser der Weblogs zu 35 Prozent über 40 Jahre alt sind. Laut TNS Infratest-Geschäftsführer Robert A. Wieland bedeutet dies, dass Blogs zwar auch von Gleichaltrigen gelesen werden - 20 Prozent sind unter 20 Jahre alt - die Leserschaft sich aber verstärkt auch in einer Altersgruppe findet, die selbst nicht vorrangig in diesem Bereich aktiv ist.

"Ich denke nicht, dass wir es beim Web 2.0 mit einem vorübergehenden Hype zu tun haben. Betrachtet man beispielsweise Online-Enzyklopädien wie Wikipedia, die sich unter allen Internetnutzern größter Beliebtheit erfreuen, wird dieser Bereich auch künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen", meint Dlugosch gegenüber pressetext. Insbesondere die passive Nutzung werde noch stark zunehmen.

Generell werden Blogs in erster Linie (61 Prozent) als persönliches Tagebuch genutzt. Konkrete Inhalte wie zum Thema Reisen und Urlaub kommen auf 30, Wissen und Lernen auf 24 Prozent. Weibliche Blogger zeigen eine starke Tendenz zur Nutzung als persönliches Tagebuch. Zwei Drittel der Blog-Besitzerinnen teilen sich in dieser Weise mit, während Männer eher spezifische Themenbereiche wie Computer und Software oder Nachrichten und Politik behandeln. Aktive Blogger sind laut Untersuchung grundsätzlich auch besonders aktive Internetnutzer, vor allem was Web-2.0-Anwendungen betrifft. 65 Prozent machen auch Gebrauch von Chats, 58 Prozent nutzen einen Instant Messenger und etwa ebenso viele hören Online-Radio. 54 Prozent laden Musik aus dem Internet herunter und etwa die Hälfte tummelt sich auf Videoportalen wie YouTube.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.tns-infratest.com

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