Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie zur Verkehrsinfrastruktur in Europa

08.10.2007
Im Ausland steht Deutschland oft für mehrspurige Autobahnen in tadellosem Zustand. Doch wie ist es in Wirklichkeit um die Leistungsfähigkeit von Straßen, Schienen und Flughäfen bestellt?

Führen unterschiedliche nationale Politikansätze auch zu Unterschieden in der Leistungsfähigkeit? Initiator der Studie ist das Institut für Mobilitätsforschung (ifmo), durchgeführt wurde sie vom Institut für Verkehrswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität (IVM) und der KCW GmbH Berlin.

Bei der quantitativen Ausstattung mit Straßeninfrastruktur bewegt sich Deutschland durchweg im Mittelfeld. Es verfügt also nicht wie häufig vermutet über das dichteste Straßennetz Europas. Hier führen die Niederlande mit einer hohen Netzdichte. Bei den qualitativen Kriterien, wie der Verbindungsgüte (die Durchschnittsgeschwindigkeit, um von A nach B zu gelangen) und dem Modernitätsgrad schneidet Frankreich besonders gut ab. Schweden mit seiner geringen Bevölkerungsdichte dagegen ist Tabellenführer in Sachen Sicherheit und Staufreiheit. Bei jedem dieser qualitativen Indikatoren erreicht Deutschland nur Durchschnittswerte.

Anders bei der Schieneninfrastruktur: Hier schneidet Deutschland quantitativ deutlich besser ab. Schienen und Bahnhöfe befinden sich dort, wo die höchste Bevölkerungsdichte und damit der höchste Mobilitätsbedarf herrschen. Nur beim Indikator „Dichte Schnellfahrtstrecken“ nimmt es eine schwache Position ein. Bei dem wichtigen qualitativen Leistungsmerkmal Verbindungsgüte ist Deutschland sogar Benchmark.

Demgegenüber führt die Schweiz beim Kriterium Pünktlichkeit im Schienenverkehr ebenso wie auch bei der Schienenanbindung der Flughäfen. Was die Dichte mit Start- und Landebahnen insgesamt betrifft, erreicht Deutschland weit hinter den erstplatzierten Niederlanden nur den vorletzten Platz. Besser schneidet es bei der Dichte mit langstreckentauglichen Flughäfen ab, wo es immerhin den dritten Platz belegt.

Ein Blick ergibt einen klaren Trend: Länder mit einer strategischen Politiksteuerung, die durch verkehrspolitische Leitbilder und Ziele geprägt ist, können gute Ergebnisse bei der Leistungsfähigkeit ihrer Verkehrsinfrastruktur vorweisen. Langfristige politische Strategien bringen mehr als projektbezogene Einzelfallentscheidungen.

Bei der Schieneninfrastruktur ergibt sich ein Zusammenhang zwischen dem fiskalischen Föderalismus und der Netz- sowie Bahnhofsdichte. Vermutlich weil in föderal geprägten Systemen die regionalen Gebietskörperschaften viel Wert auf den Anschluss an das nationale Schienensystem legen. Bei der Pünktlichkeit zeigen sich relativ starke Zusammenhänge mit der strategischen Politiksteuerung und effizienten Planungs- und Genehmigungsverfahren, die beide auch mit dem Indikator Modernitätsgrad korrelieren.

Den positiven Einfluss einer stringenten strategischen Politiksteuerung zeigt das Beispiel der Niederlande, die mit ihrem Mainport-Konzept bei Flughäfen recht erfolgreich sind. Effiziente Planungs- und Genehmigungsverfahren weisen einen deutlichen Zusammenhang mit den Kapazitäten der Langstreckenflughäfen sowie mit der Dichte der Start- und Landebahnen auf. In Deutschland sind angesichts der häufig langwierigen und schwierigen Planungsprozesse noch Verbesserungspotenziale zu vermuten.

Die vollständige Studie können Sie unter www.ifmo.de bestellen oder herunterladen.

Ansprechpartner:
Institut für Verkehrswissenschaft der WWU Prof. Dr. Karl-Hans Hartwig,
Telefon: 0251/ 8322990
Institut für Mobilitätsforschung (ifmo)
Frank Hansen, Telefon: 030/203004-14
KCW GmbH Berlin
Dr. Henning Tegner, Telefon: 030/210027-60
BU: Prof. Dr. Hartwig (2.v.l.) stellt die Studie zur Verkehrsinfrastruktur in Europa vor.

Abdruck frei. Um Beleg wird gebeten.

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster zählt zu den größten und renommiertesten wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen in Deutschland. Zahlreiche Hochschulrankings bestätigen kontinuierlich den exzellenten Ruf der Fakultät. Das hohe Ansehen der Fakultät eröffnet den Münsteraner Absolventen sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Spitzenforschung, die Vermittlung fachlicher und sozialer Kompetenz, weit reichende Auslandskontakte, Praxisnähe und Zukunftsorientierung haben hier Tradition. Eine Besonderheit der Fakultät stellt die Integration der Fächer Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik dar. Darüber hinaus bietet die Fakultät postgraduale Studiengänge für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte an. Weitere Informationen finden Sie unter www1.wiwi.uni-muenster.de.

Kontakt für Rückfragen:
Dr. Stephanie Schröder

| Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www1.wiwi.uni-muenster.de
http://www.ifmo.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften