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Die Zunahme von Schmerzen wird stärker als eine Abnahme registriert

27.09.2007
Therapieerfolg lässt sich mit Mess-Skala zuverlässig beurteilen / Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg belegt Wirksamkeit von Training und Psychotherapie bei Rückenschmerzen

Eine Zunahme von chronischen Rückenschmerzen wird von Patienten eher registriert als eine Abnahme. Für die Bewertung des Therapieerfolgs bei Rückenschmerzen ist die subjektive Erhebung der Schmerzstärke auf einer Mess-Skala ein zuverlässiger Parameter.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, die von Dr. Alireza Mesrian und Professor Dr. Marcus Schiltenwolf, dem Leiter der Sektion Schmerztherapie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, in der Zeitschrift "Der Schmerz" veröffentlicht worden ist.

An der Studie nahmen insgesamt 153 Patientinnen und Patienten teil, die seit mindestens sechs Monaten an starken Rückenschmerzen litten. Sie wurden mit einem multimodalen Therapieprogramm behandelt. Alle Patienten absolvierten ein multidisziplinäres Ganztages-Therapieprogramm über drei Wochen. Dazu gehörten krankengymnastische Übungen und Rückentraining ebenso wie Entspannungsübungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie sowie Anpassungen am Arbeitsplatz. Jeweils nach einer Woche und nach sechs Monaten wurde gemessen, wie stark die Patienten ihre Schmerzen empfanden.

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Psychische Probleme bei Rückenschmerzen müssen behandelt werden

Die Patienten gaben auf einer Schmerzbewertungsskala an, wie sich ihre Schmerzen entwickelt hatten und schilderten dem Arzt ihre Schmerzwahrnehmung: 48 Prozent verspürten nach drei Wochen deutlich weniger Schmerzen, 28 Prozent registrierten keine Veränderung und 14 Prozent gaben an, sie hätten mehr Schmerzen. Für die subjektive Patientenzufriedenheit war eine selbst eingeschätzte Besserung um 2.5 Punkte auf der Schmerzskala von null bis zehn ausreichend; es musste also keineswegs Schmerzfreiheit erreicht werden, sondern nur spürbare Besserung.

Unzufriedenheit wurde allerdings schon bei einer Verschlechterung um 0.9 Punkte geäußert, was ein Hinweis darauf ist, dass jeglicher Stillstand in der Schmerzbewertung negativ einschätzt wird. Es ist also wichtig, Hoffnung und Enttäuschung in der Schmerztherapie zu thematisieren, um realistische Therapieziele mit den Patienten vereinbaren zu können. "Dies zeigt erneut, wie wichtig es ist, auch psychische Probleme und Stress bei Rückenschmerzen zu behandeln", erklärte Professor Schiltenwolf dazu.

Literatur: Mesrian A, Neubauer E, Schiltenwolf M: [Reduction in pain intensity after treatment for chronic back pain. When is it clinically meaningful?

Schmerz. 2007 Jun. 21 (3):212, 214-7

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Marcus Schiltenwolf
Sektion Schmerztherapie
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Schlierbacher Landstraße 200a, 69118 Heidelberg
Telefon: +49 6221 96 6323
Fax: +49 6221 96 6380
Sekretariat Frau Lueg-Damm
Email: sabine.lueg-damm@ok.uni-heidelberg.de

Norbert Dörholt | idw
Weitere Informationen:
http://www.orthopaedie.uni-hd.de

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