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Bundesfamilienministerin stellt Studie "LBS-Kinderbarometer Deutschland 2007" vor

26.09.2007
Ursula von der Leyen: "Wir müssen alle Kinder erreichen!"

"Die Studie zeigt, dass sich die große Mehrheit der Kinder in Deutschland in Ihrem Lebensumfeld wohl fühlt. Das ist erfreulich. Aber jedes vierte Kind fühlt sich häufiger krank, ernährt sich schlecht und treibt wenig Sport.

Um diese Kinder müssen wir uns besser kümmern", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen anlässlich der Vorstellung des "LBS-Kinderbarometer Deutschland 2007" heute in Berlin. "Wir brauchen eine Strategie, die die Gesundheit dieser Kinder früh und gezielt fördert. Denn die ersten Lebensjahre sind prägend für das ganze weitere Leben, sie legen entscheidende Grundlagen für Gesundheit, Teilhabe und Freude an der Bewegung", so die Schirmherrin der Studie weiter.

Für die Erhebung im Auftrag der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen hat das PROSOZ ProKids-Institut rund 6.200 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus sieben Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen) befragt. Danach ist das allgemeine Wohlbefinden der Kinder in Deutschland gut: Zwei Drittel fühlen sich sehr gut oder gut; am besten fühlen sie sich in der Familie und im Freundeskreis.

Fast alle Kinder treiben einmal pro Woche Sport in der Schule. Darüber hinaus sind rund zwei Drittel der Kinder im Sportverein. Für ein Fünftel sind Chips und Fast Food feste Bestandteile der Ernährung. Sechs Prozent der Kinder sitzen laut Studie nie oder selten mit ihren Eltern am Esstisch. Als größte Gefährdung sehen die Kinder in Deutschland laut LBS-Kinderbarometer Gewalt und Drogen an.

"Es ist bedrückend, dass Jungen und Mädchen aus armen Familien und Migrantenkinder im Vergleich zu ihren Altersgenossen ungleich stärker gefährdet und belastet sind. Um möglichst alle Kinder zu erreichen, müssen wir auch Zuständigkeitsgrenzen in Deutschland überwinden. Dabei kommen dem Ausbau der Kindertagesbetreuung, den Schulen, dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe eine herausragende Bedeutung zu. Diese Systeme wollen und werden wir stärker miteinander verzahnen (z.B. Aktionsprogramm 'Frühe Hilfen'). Eine Anfang der Woche von mir berufene Sachverständigenkommission für den 13. Kinder- und Jugendbericht hat den Auftrag, bis Ende 2008 Vorschläge für eine integrierte Strategie zur Gesundheitsprävention und -förderung in der Kinder- und Jugendhilfe vorzulegen. Repräsentative Untersuchungen zum Thema Gewalt zeigen, dass es vor allem die häusliche Gewalt ist, die Kinder betrifft. Das Kabinett wird sich heute mit dem 2. Aktionsplan der Bundesregierung gegen Gewalt gegen Frauen befassen.

Die Maßnahmen sollen Frauen und Kinder darin stärken, ein Leben ohne Gewalt und Angst zu führen und ihre Rechte wahrzunehmen", sagt Ursula von der Leyen.

Das LBS-Kinderbarometer Deutschland geht zurück auf das im Jahr 1997 in Nordrhein-Westfalen initiierte und seitdem jährlich durchgeführte landesweite LBS-Kinderbarometer NRW. In diesem Jahr gibt es erstmalig eine bundesweite Ausgabe. Es wurde durch das PROSOZ ProKids-Institut erstellt und von der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen finanziert. Kooperationspartner ist der Deutsche Kinderschutzbund. In der Studie werden aktuelle gesellschaftliche Themen von Kindern im Alter zwischen 9 und 14 Jahren beurteilt, um Einflüsse auf das Wohlbefinden der Kinder zu identifizieren. Die Ergebnisse können als strukturtypische Stichprobe aus allen Bundesländern verstanden werden. Die Kinder wurden über eine repräsentative Auswahl von Schulen aller Schultypen in den jeweiligen Ländern mit einem Fragebogen befragt.

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

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