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Schonende Abhilfe bei Unterleibsschmerzen. Charité-Forscher belegen Wirksamkeit neuer Therapie

21.09.2007
Frauen mit gutartigen Wucherungen in der Gebärmutterwand, einer so genannten Adenomyosis, kann jetzt auch ohne Entfernung der Gebärmutter geholfen werden. Dies haben Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin in einer Studie* nachgewiesen.

Die Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Thomas Kröncke von der Klinik für Strahlenheilkunde am Campus Virchow-Klinikum konnte zeigen, dass die Verödung von Blutgefäßen in der Gebärmutter eine wirksame Form der Behandlung darstellt. Bei der so genannten Embolisation werden winzige Kunststoffkügelchen in die entscheidenden Adern gespritzt und verstopfen diese. Dadurch werden die Wucherungen von der Blutzufuhr abgeschnitten.

Dieses Verfahren setzt die Charité bereits seit 2000 erfolgreich zur Behandlung von gutartigen Gebärmuttertumoren, so genannten Myomen, ein. Jetzt soll es auch Frauen mit Adenomyosis helfen. Für ihre Studie haben die Wissenschaftler 38 Frauen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Wucherungen untersucht. Die Patientinnen hatten starke Beschwerden, meist Schmerzen während der Regelblutung. Nach der Behandlung konnten die Forscher eine Verkleinerung der Wucherung feststellen. Bei 84 Prozent der behandelten Patientinnen verbesserten sich die Symptome oder verschwanden ganz.

Adenomyosis ist eine Spielform der Endometriose. Während es sich bei der häufiger vorkommenden Endometriose um gutartige Wucherungen außerhalb der Gebär¬mutter handelt, liegen diese bei der Adenomyosis in der Gebärmutterwand. Da die operative Entfernung sehr schwierig ist und hormonelle Therapien keine dauerhafte Hilfe bieten, war bisher die komplette Entfernung der Gebärmutter die einzig effektive Lösung. Dies ist jedoch vor allem bei jungen Frauen problematisch, die noch Kinder bekommen wollen. Zudem sind mit einer solchen Operation auch körperliche Risiken für die Frauen verbunden.

Mit der Verödung der Gebärmuttergefäße haben jetzt betroffene Frauen eine wirksame, minimal-invasive Alternative zur Operation. "Wir konnten erstmals zeigen, dass dieses Verfahren auch für Patientinnen mit Adenomyosis geeignet ist", erklärt Kröncke. Allerdings seien die Ergebnisse bisher nur für einen Zeitraum von zwölf Monaten bestätigt. "Wir wissen noch nicht, ob die Besserung auch über Jahre hinweg anhält." Die Forschergruppe will deshalb die Studie mit den bereits behandelten Patientinnen fortführen, um die positiven Ergebnisse auch für einen längeren Untersuchungszeitraum bestätigen zu können.

* Lohle et al.: Uterine Artery Embolization for Symptomatic Adenomyosis with or without Uterine Leiomyomas with the Use of Calibrated Trisacryl Gelatin Microspheres: Midterm Clinical and MR Imaging Follow-up. J Vasc Radiol 2007; 18:835-841.

Kontakt:
Dr. Thomas J. Kröncke
Oberarzt
Klinik für Strahlenheilkunde Campus Virchow-Klinikum
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Tel.: 030 - 450 527 235
thomas.kroencke@charite.de

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

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