Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Alpen denken die Deutschen an Winter

14.09.2007
Studie der Fachhochschule München: Tourismusbranche muss dringend Wellness- und Sommerangebote herausstellen

Trotz hervorragender Angebote im Wellness- und Gesundheitsbereich kommen die Alpen von ihrem Image als Wintersportregion kaum los. Das ist das erste Ergebnis einer Studie, die die Fakultät für Tourismus der Fachhochschule München im Rahmen des EU-Projekts ALPSHEALTHCOMP durchführt.

Kaum eine Region Europas kann dem Alpenraum in punkto Wellness und Gesundheit das Wasser reichen: Höhenluft, Reizklima und eine Vielfalt an Thermal- und Mineralquellen ziehen schon seit Jahrhunderten Kurgäste und Sommerfrischler an; Traditionsbäder mit einer Geschichte von 150 und mehr Jahren sind nicht selten.

Doch heutzutage spielen Gesundheit und Wellness in der Region nur noch eine vergleichsweise kleine Rolle - in den Köpfen der Verbraucher ebenso wie bei den Umsätzen: Schätzungen zufolge machen sie weniger als 15 Prozent der Tourismus-Einnahmen in der Region aus. Dabei sind die Bergfreunde Bädern und Massagen durchaus zugeneigt: Gut jeder fünfte (21,6 %) derjenigen, die in den vergangenen fünf Jahren in den Alpen Urlaub gemacht haben, hat sich im selben Zeitraum auch einen Gesundheits- oder Wellnessurlaub gegönnt; unter den Nicht-Alpenurlaubern war es nur gut jeder zehnte (11,6 %). Das liegt den Münchner ForscherInnen zufolge auch daran, dass sowohl Alpen- als auch Wellnessurlaube eher teuer sind und daher ein relativ zahlungskräftiges und gut gebildetes Publikum anziehen.

Doch in den Köpfen der 1607 Einwohner der Bundesrepublik Deutschland, die Marplan im Auftrag der Münchner Fakultät für Tourismus telefonisch befragt hat, gehören die beiden Arten der Erholung nicht unbedingt zusammen. So kam die Untersuchung zu dem nach Ansicht des Projektteams erschreckenden Ergebnis, dass deutsche Verbraucher beim Thema "Alpen und Urlaub" neben der Landschaft vor allem an den Winter denken: 59,1 Prozent assoziierten Berge und Gletscher damit, 39,3 Prozent fiel zum Thema sofort der Begriff Winterlandschaft ein, und am dritthäufigsten wurde der Wintersport (32,9 Prozent) genannt. Erst an vierter Stelle folgte der Sommersport; Gesundheit und Wellness tauchten unter den 25 häufigsten Themen gar nicht auf.

"Damit dürfe sich die Alpenregion nicht zufrieden geben", meint Projektleiter Professor Thomas Bausch. Denn in den traditionellen Sparten bestünden angesichts der alternden Gesellschaft Europas kaum mehr Wachstumspotenziale; zudem brächten Wellness- und Gesundheitstouristen mehr Wertschöpfung als reine "Urlauber". Dazu kommt, dass der fortschreitende Treibhauseffekt den Wintersport in den Alpen zunehmend bedroht. "Vor dem Hintergrund des Klimawandels bestätigt sich ein Handlungsbedarf, die Themen Gesundheit und Wellness ebenso wie Bergsommer wiederzubeleben", schreiben die Autoren der Studie. "Regionen und Anbieter müssen die Winterlastigkeit, die ja durch die Wintersportberichterstattung und Großevents ständig erneuert wird, aufbrechen und Alternativen transportieren", sagt Bausch. "Das geht nur über Events und Kommunikation. Der 'Bergdoktor' reicht dafür nicht."

Kontakt
ALPSHEALTHCOMP
Prof. Dr. Thomas Bausch
Fachhochschule München
Fakultät für Tourismus
Am Stadtpark 20
D-81243 München
Tel.: +49 (0) 89 1265 2128
Mob.: 0171 400 8584
mail: bausch@fhm.edu

Christina Kaufmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Alpen Wellness Wellnessurlaub Wintersport

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

IWOLIA: A conference bringing together German Industrie 4.0 and French Industrie du Futur

09.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics