Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IAB-Studie: Jeder Siebte bezog schon mal Hartz-IV-Leistungen

13.09.2007
In den Jahren 2005 und 2006 erhielten insgesamt 10,3 Millionen Personen in 6,2 Millionen Bedarfsgemeinschaften zumindest zeitweise Hartz-IV-Leistungen.

Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Sieht man von den über 65-Jährigen ab - sie haben definitionsgemäß keinen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen -, war jeder siebte Einwohner Deutschlands in diesen zwei Jahren mindestens einen Monat auf die staatliche Unterstützung angewiesen.

"Es sind erheblich größere Teile der Bevölkerung auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen, als aus den Monatsstatistiken erkennbar ist", schreibt der Arbeitsmarktforscher Tobias Graf. Im Juli 2007 bezogen nach vorläufigen statistischen Hochrechnungen 7,3 Millionen Personen in 3,7 Millionen Bedarfsgemeinschaften Leistungen nach dem SGB II.

Von den 3,3 Millionen Bedarfsgemeinschaften, die im Januar 2005 erstmals Hartz-IV-Leistungen bezogen hatten, konnte innerhalb von zwei Jahren weniger als die Hälfte ihre Hilfebedürftigkeit überwinden. 1,9 Millionen Bedarfsgemeinschaften vom Januar 2005 waren im Dezember 2006 weiterhin von der staatlichen Unterstützung abhängig.

Gleichzeitig gab es aber auch viel Bewegung. In den ersten zwei Jahren kamen rund 3 Millionen Bedarfsgemeinschaften hinzu. Bis Dezember 2006 hatten 1,3 Millionen davon den Leistungsbezug bereits wieder verlassen. Der Absprung aus der Grundsicherung gelang den Neuzugängen 2006 etwas schneller als 2005. Insgesamt verkürzte sich die durchschnittliche Bezugsdauer von Hartz-IV-Leistungen allerdings nur geringfügig.

Ein Teil der Dynamik ist ein statistischer Effekt

Ein Teil der Dynamik ist jedoch nicht durch Arbeitsaufnahme entstanden, sondern nur ein statistischer Effekt. Neben der Gesetzesänderung im Juli 2006, nach der jüngere Arbeitslose bis 25 in der Regel wieder der Bedarfsgemeinschaft der Eltern zugeordnet werden, sind hier Umzüge die Hauptursache: "Denn durch einen Wechsel des Wohnorts, der von einem anderen Träger betreut wird, erhalten Bedarfsgemeinschaften eine neue Nummer", so Graf. Umzüge und rechtliche Änderungen betrafen in den letzten zwei Jahren circa 500.000 Bedarfsgemeinschaften.

Alleinerziehende bleiben am längsten auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen

Kinderlose Paare und Alleinstehende schaffen den Ausstieg aus dem Leistungsbezug am schnellsten. Alleinerziehende bleiben dagegen am längsten auf die Grundsicherung angewiesen. Rund die Hälfte der Alleinerziehenden, aber weniger als ein Drittel der Paare ohne Kind benötigen zwei Jahre nach Leistungsbeginn noch immer die staatliche Hilfe.

Die IAB-Studie kann unter http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb1707.pdf abgerufen werden.

Stichwort: Bedarfsgemeinschaften
Eine Bedarfsgemeinschaft besteht aus den Personen, die finanziell füreinander einstehen müssen. Zur Bedarfsgemeinschaft zählen im Haushalt lebende Partner und Kinder unter 25 Jahren.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb1707.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie