Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Produktionsverlagerungen oft nicht konsequent durchgerechnet

23.08.2007
Neues Software-Werkzeug hilft bei systematischer Standortentscheidung

Die Entscheidung, Teile der Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern, fällt in mittelständischen Unternehmen oft nicht auf der Basis systematischer Bewertungsmethoden. Das zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) für die Automobilzuliefererbranche. Ein neues, softwaregestütztes Bewertungsinstrument liefert jetzt die Voraussetzung dafür, solche Defizite bei Standortentscheidungen abzustellen.

Viele der vom Fraunhofer ISI untersuchten Unternehmen unterschätzten die Schwierigkeiten und Kosten an Niedriglohnstandorten drastisch, während deutsche Standorte oft in Vergleichsrechnungen nicht als Alternative einbezogen wurden. "Es überwiegen sehr pragmatische, teilweise `hemdsärmelige´ Ansätze, mit denen ein Favorit anhand relativ weniger Kriterien ausgewählt wird", so die Karlsruher Fraunhofer-Forscher Dr. Steffen Kinkel und Christoph Zanker.

Das Softwaretool, eine Excel-gestützte Anwendung, mit der Standortentscheidungen auf ein breiteres Fundament gestellt werden können, wurde ebenfalls vom Fraunhofer ISI mit Förderung der Hans-Böckler-Stiftung entwickelt. Es ist sowohl für Betriebsräte als auch für Unternehmensleitungen von Automobilzulieferern oder Berater interessant. Das Werkzeug kombiniert mehrere methodische Ansätze wie Kostenstrukturvergleich, Investitionsrechnung und Nutzwertanalyse. Damit lassen sich fundierte und zukunftsorientierte Vergleiche für verschiedene Standorte durchrechnen, Optimierungspotenziale an bestehenden Standorten werden systematisch einbezogen. Das Tool liefert facettenreiche Zukunftsbilder, wobei verschiedene Szenarien - von pessimistisch über realistisch bis optimistisch - durchgespielt werden.

Betriebsräte erhalten das neue Softwaretool kostenlos beim Fraunhofer ISI. Unternehmen bietet das Karlsruher Institut ein Komplettangebot rund um das Tool zur Unterstützung bei der anstehenden Standortvergleichsrechnung.

Kontakt- und Bezugsadresse für Betriebsräte und Unternehmensleitungen:

Fraunhofer-Institut
für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI),
Dr. Steffen Kinkel, Breslauer Str.48 76139 Karlsruhe,
Tel. 0721-6809-311,
E-Mail: steffen.kinkel@isi.fraunhofer.de

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/320_88445.html
http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2007_02_7.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie