Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahlungskartenbetrug: Neues Sicherheitsbewusstsein des Einzelhandels lässt Kriminelle alt aussehen

23.08.2007
Für Trickbetrüger in Deutschland wird es offenbar immer schwieriger, entwendete Zahlungskarten für ihre kriminellen Zwecke zu nutzen. Die Zahl rechtswidriger Einsätze von Debit- und Kreditkarten ging zwischen 2005 und 2006 um 17,5 Prozent zurück.
Die Folge: Das Schadensvolumen im deutschen Einzelhandel reduzierte sich.
Trotz zunehmender Beliebtheit des bargeldlosen Zahlens sank der Verlust von 44,4 Millionen auf 38,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang der Forderungsausfälle um 12,6 Prozent. Ein Grund für die positive Entwicklung: Immer mehr Händler ersetzen das vergleichsweise unsichere Lastschriftverfahren durch EC-Karte und PIN. Nach Schätzungen von Steria Mummert Consulting reduzierte sich der finanzielle Schaden pro gestohlene Debitkarte von 40 Cent in 2004 auf 29 Cent im letzten Jahr. Dazu beigetragen hat auch die zunehmende Verwendung des Sicherheitssystems KUNO, das hilft, das Lastschriftverfahren sicherer zu machen.

Die Händler haben ihre Abneigung gegen die EC-Kartenzahlung mit PIN-Eingabe weitestgehend aufgegeben. 2006 wurden 13,9 Prozent des Einzelhandelsumsatzes über das PIN-Verfahren abgewickelt. Im Vorjahr waren es nur 11,5 Prozent. Das vom Einzelhandel viele Jahre bevorzugte Lastschriftverfahren hat hingegen an Attraktivität verloren. Im gleichen Zeitraum wurde hier ein Minus von 1,2 Prozentpunkten verzeichnet. Mit einem Anteil von 14,2 Prozent konnte dieses Verfahren seine Führungsposition nur knapp verteidigen.

Vor allem die Kosten, die durch geplatzte Lastschriftverfahren entstehen, haben im Handel zum Sinneswandel beigetragen. Mehr als 55 Prozent der Betrugsfälle beim bargeldlosen Bezahlen erfolgten 2006 über das Lastschriftverfahren. Hinzu kommen Forderungsausfälle, die keinen direkten kriminellen Hintergrund haben: Der finanzielle Schaden durch geplatzte Lastschriften infolge von Kontounterdeckung steht in keiner Kriminalstatistik. Dabei verursacht dieser Ausfall ebenfalls hohe Kosten, da die Ermittlung des Kontoinhabers mit Aufwand verbunden ist.

... mehr zu:
»EC-Karte »KUNO »Lastschriftverfahren »PIN

Nach Schätzungen von Steria Mummert Consulting kostet jeder Kartenmissbrauch den Handel bis zu 30 Euro. Diese Kosten setzen sich aus Gebühren für Rücklastschriften sowie Mitarbeiterkosten für die Nachbearbeitung zusammen. Allerdings ist auch der Betrug mit Debitkarten ohne PIN (Lastschriftverfahren) deutlich zurückgegangen.

Die Zahl der erfassten Betrugsfälle sank zwischen 2005 und 2006 um fast 14 Prozent. Zu der nachhaltigen Entspannung hat auch die Einführung von KUNO (Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr durch Nutzung nichtpolizeilicher Organisationen) geführt. Die Daten einer verloren gegangenen oder gestohlenen EC-Karte können dabei vom Betroffenen der Polizei gemeldet werden, die daraufhin den Handel informiert. Die Karte ist dann an den Kassen für Zahlungen mit Unterschrift gesperrt. Ein Betrüger hat also keine Chance mehr, mit der Karte bei Händlern einzukaufen, die an KUNO teilnehmen.

Jörg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

Weitere Berichte zu: EC-Karte KUNO Lastschriftverfahren PIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics