Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landschaftszerschneidung in Sachsen nimmt weiter zu

15.08.2007
Sachsens Landschaft weist einen hohen Grad an Zerschneidung auf.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) untersuchten die Flächennutzungsänderungen in Sachsen seit 1930 mit Ausblick auf 2020. Die Studie belegt: Die zunehmende Landschaftszerschneidung durch Verkehrstrassen und Siedlungen ließ die Zahl großflächiger unzerschnittener Freiräume in Sachsen beträchtlich schrumpfen. Ein abnehmender Trend ist nicht erkennbar. Ausgewählte Ergebnisse stehen auf den Internetseiten des IÖR zur Verfügung.

Ein erheblicher Teil Sachsens ist durch einen sehr hohen Zerschneidungsgrad der Landschaft gekennzeichnet. Es gibt hauptsächlich nur noch Freiräume mit einer Größenordnung unter 10 km² - viel zu klein, um den ökologischen Erfordernissen von Landschaften gerecht zu werden. Ein Luchs benötigt beispielsweise ein zusammenhängendes Gebiet von ca. 100 km². Auch für den Menschen zeigen sich Auswirkungen: So rechnet man für eine ungestörte Tageswanderung eines Erholungssuchenden ebenfalls mit einem Gebiet von ca. 100 km².

Zu den Regionen mit erkennbar zunehmender Zerschneidung gehört der Bereich südlich von Leipzig. Hier wurde im August 2006 der Trassenabschnitt der Bundesautobahn A 38 in Betrieb genommen. Auch die sich im Bau befindende Elbbrücke bei Mühlberg wird in Zukunft einen großen zusammenhängenden Landschaftsraum zerschneiden. Die Folgen der Autobahn A17 / D18 im deutsch-tschechischen Grenzgebiet sind ebenso sichtbar. Umgekehrte Tendenzen sind dagegen selten. "Für den Zeitraum bis 2020 ist in Sachsen mit einem anhaltenden Verlust an unzerschnittenen Freiflächen, die größer als 50 bzw. 100 km2 sind, zu rechnen", sagt Dr. Ulrich Walz, Projektleiter am IÖR. Betroffen seien vor allem das Grenzgebiet zu Tschechien sowie das Umfeld von Städten mit neuen Umgehungsstraßen.

Landschaftszerschneidung ist heute ein wesentliches flächendeckendes Umweltproblem. Es resultiert aus der Flächennutzung durch den Menschen - zum Beispiel der Verdichtung des Straßennetzes, dem Ausbau von Schienentrassen oder der Erweiterung von Siedlungen. Dieses Eingreifen des Menschen in die Landschaft hat vielfältige Auswirkungen auf den Naturhaushalt und die Umweltqualität: So gehen großflächig zusammenhängige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten verloren, Lärm und Schadstoffe können sich vermehrt ausbreiten, die naturnahe Erholung wird beeinträchtigt und das Landschaftsbild ist gestört.

Für die Analyse wurden im IÖR umfangreiche Geodaten ausgewertet. Dazu gehören historische Karten, gegenwartsnahe Daten und Planungsdaten. Das ermöglicht eine langfristige Beobachtung von zum Teil schleichenden Veränderungsprozessen der Landschaft. Die Forschungen des IÖR zur Landschaftszerschneidung zielen insbesondere darauf ab, Handlungsbedarfe für die Raumplanung aufzuzeigen.

Die Ergebnisse der Studie stehen im Internet unter der Adresse http://www.ioer.de/langzeitmonitoring_uzf/ zur Verfügung.

Anja Petkov | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de
http://www.ioer.de/langzeitmonitoring_uzf/

Weitere Berichte zu: IÖR Landschaftszerschneidung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

22.01.2018 | Physik Astronomie