Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Kommunikation, bessere Abstimmung: RUB-Studie zur E-Government-Forschung

10.08.2007
Eine aktuelle Studie der Ruhr-Universität Bochum gibt erstmals einen vollständigen Überblick über die E-Government-Forschung in Nordrhein-Westfalen. Sie identifiziert die Akteure, Themen und Trends auf diesem Gebiet und wurde am 9.8. auf einer Tagung vorgestellt.
Stand der E-Government-Forschung in NRW
RUB-Arbeitswissenschaftler identifiziert Akteure, Themen und Trends
"E-Government" und "E-Democracy" sind die Zukunft: Mit Hilfe moderner Informationstechnologien und sicherer Verschlüsselungsverfahren wird es zum Beispiel möglich sein, von zuhause aus per Mausklick an Wahlen teilzunehmen. Der komplexe Begriff "E-Government" umfasst jedoch noch viel mehr, etwa die elektronische Unterstützung von Prozessen in öffentlichen Verwaltungen. Ziel ist, Abläufe zu vereinfachen, zu beschleunigen und so letztlich Kosten zu sparen. Um diese Modernisierung zu bewältigen, benötigen Verwaltungen Unterstützung aus der Wissenschaft. Den aktuellen Stand der E-Government-Forschung in NRW haben der Bochumer Arbeitswissenschaftler und RUB-Datenschutzbeauftragte Prof. Dr. Thomas Herrmann und seine Mitarbeiter nun erstmals erhoben und dokumentiert. Das zentrale Ergebnis der Studie: Angebot und Nachfrage von E-Government-Forschung müssen besser kommuniziert und stärker aufeinander abgestimmt werden. Vor allem die wissenschaftlichen Angebote an begleitender Forschung für Verwaltungen sind bislang nicht sichtbar genug und müssen ausgebaut werden.

Studie im Internet

Die Studie erstellte der Lehrstuhl Informations- und Technikmanagement (IMTM) am Institut für Arbeitswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Informationsbüros d-NRW. Auf einer Tagung am 9.8. stellte Prof. Herrmann die Ergebnisse in Schwerte öffentlich vor, anschließend übergab das Informationsbüro d-NRW die Studie an das Wissenschaftsforum Ruhr. Der vollständige Bericht steht allen Interessierten im Internetportal des Informationsbüros d NRW zum kostenfreien Download als PDF-Datei zur Verfügung: http://www.egovernmentplattform.de/index.php?id=137

Erster vollständiger Überblick

Die Studie von Prof. Herrmann ist der erste vollständige Überblick über die E-Government-Forschung in Nordrhein-Westfalen. Sie identifiziert die Akteure, Themen und Trends auf diesem Gebiet. Den Kern der Studie bilden insgesamt 21 Interviews mit Experten der Landes- und Kommunalverwaltung, der kommunalen Rechenzentren, der Industrie- und Handelskammern, der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement sowie der Wissenschaft innerhalb und außerhalb NRWs. Darüber hinaus haben die Bochumer Arbeitswissenschaftler aktuelle sowie in den letzten Jahren abgeschlossene Forschungsprojekte ausgewertet, um den derzeitigen Forschungsstand abzubilden. Ergänzende Fallstudien zu gelungenen Kooperationen von Verwaltung und Wissenschaft bei der Umsetzung von E-Government-Vorhaben zeigen die verschiedenen Ausprägungen und die Unterschiedlichkeit von Forschungsaktivitäten in NRW.

Mehr Transparenz und Partizipation

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass auf den Bedarf an Forschung in der Verwaltung nachhaltig reagiert werden muss. Gleichzeitig müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an E-Government-Themen forschen, deutlicher in Erscheinung treten. "Nur so lassen sich die Potenziale der Wissenschaft nutzen, um das vielfältige Thema E-Government aktiv zu gestalten", so Prof. Herrmann. Bei der Umsetzung von E-Government-Vorhaben ist eine stärkere Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Unternehmen notwendig. Voraussetzung für diese Beteiligung ist jedoch, die Zielgruppen und ihre Bedürfnisse genauer zu beleuchten.

Netzwerkstrukturen und Prozessanalyse

Um alle Möglichkeiten des E-Government effizient ausschöpfen zu können, ist eine einheitliche Strategie erforderlich: Diese müsse die vielen verschiedenen Aktivitäten auf allen Verwaltungsebenen in NRW aufeinander abstimmen. "Inhaltlich muss Verwaltung zukünftig in Netzwerkstrukturen gedacht werden", so Prof. Herrmann. Damit auch die Technik diese Strukturen unterstützen kann, sei zunächst eine Analyse und Überarbeitung der vorhandenen Prozesse innerhalb der Verwaltung und zwischen öffentlicher Administration und Dritten notwendig. Dementsprechend bietet Prof. Herrmann im Masterprogramm "Modernes Verwaltungsmanagement" des Instituts für Arbeitswissenschaft ein Modul "Innovation durch Prozessmanagement" an.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Herrmann, Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement, Institut für Arbeitswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-27721, E-Mail: thomas.herrmann@ruhr-uni-bochum.de
Internet: http://www.imtm-iaw.rub.de
Weiterbildungsstudiengang "Master of Organizational Management - Modernes Verwaltungsmanagement": http://www.iaw.rub.de/weiterbildung/master/verwaltung.html

Informationsbüro d-NRW, Tel. 0234/43870-329, E-Mail: infobuero@d-nrw.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.imtm-iaw.rub.de
http://www.iaw.rub.de/weiterbildung/master/verwaltung.html
http://www.egovernmentplattform.de/index.php?id=137

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen