Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmensfinanzierung im Umbruch

28.03.2002


Liquiditätsbedarf sorgt für Nachfrage nach Alternativen zum Bankkredit

- Ergebnisse einer repräsentativen Studie von Siemens Financial Services in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und TNS EMNID -

Akuter Liquiditätsmangel bei deutschen Unternehmen – vor allem unter größeren Mittelständlern – und die Sorge einer zu starken Abhängigkeit von einzelnen Banken bringen den lang erwarteten Strukturwandel in der deutschen Unternehmensfinanzierung in Gang. Die Rahmenbedingungen ändern sich: Die nationalen Grenzen der Finanzmärkte verschwimmen und internationale Bilanzierungsregeln sind auf dem Vormarsch. Dies sowie die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel II zwingen Unternehmen, ihre Finanzierungsstrukturen neu zu ordnen und Alternativen zum Bankkredit zu suchen. Dieser wird zunehmend durch alternative Finanzierungsinstrumente wie Leasing, Forderungsfinanzierung oder Asset Backed Securities ersetzt. Im Rahmen der repräsentativen Studie „Die stille Revolution“ befragte Siemens Financial Services (SFS) in Zusammenarbeit mit TNS EMNID und dem Lehrstuhl für Finanz- und Bankwirtschaft der Universität Augsburg 690 Führungskräfte aus größeren mittelständischen und Großunternehmen in Deutschland.

Die Studie analysiert das Finanzierungsverhalten der Unternehmen und untersucht wichtige Instrumente der Eigen- und Fremdfinanzierung sowie Mischformen. Nachdem Unternehmen in den letzten Jahren immer wieder starkes Interesse an Instrumenten der Eigenkapitalfinanzierung wie Börsengang oder Venture Capital gezeigt haben, zeichnen sich jetzt große Veränderungen auf der Fremdfinanzierungsseite ab. Denn: Bei 77,8 Prozent der befragten Unternehmen steht die Versorgung mit Liquidität ganz oben auf der Agenda. Und dies ist mit Fremdfinanzierungsinstrumenten schneller zu erreichen als mit Eigenkapital.

Doch obwohl alternative Finanzierungsmöglichkeiten bekannt sind, greifen deutsche Finanzmanager bei der Fremdfinanzierung immer noch auf klassische Kreditfinanzierungen zurück. Langfristige Bankkredite machen 46,7 Prozent der durchschnittlichen Fremdfinanzierung aus und stehen damit an zweiter Stelle hinter den kurzfristigen Betriebsmittelkrediten mit 51,1 Prozent.

Leasing überholt langfristigen Bankkredit Dabei wird es jedoch nicht bleiben. Die Unternehmensfinanzierung gewinnt generell an Bedeutung, wobei Unternehmen aller Größenordnungen sich an neuen Kriterien orientieren. Von den befragten Unternehmen meinen 80 Prozent, Alternativen zur Hausbank finden zu müssen. Der klassische langfristige Bankkredit wird zunehmend durch alternative Finanzierungsinstrumente wie Leasing, Forderungsfinanzierung oder Asset Backed Securities ersetzt. Pragmatische, kurzfristig wirksame und international einsetzbare Lösungen sind gefragt. Denn mit der fortschreitenden Internationalisierung des Geschäfts und der Finanzmärkte wächst auch der Bedarf an international gängigen Finanzierungsmethoden. So wird das Leasing nach Meinung der Befragten künftig deutlich an Bedeutung gewinnen (heute sehen 36,4 Prozent der Befragten diese Finanzierungsform als "wichtig" oder "sehr wichtig" an, für die Zukunft erwarten dies 42,8 Prozent), ebenso das Factoring (17,2 gegenüber 21,3 Prozent). Damit überholt Leasing in der Bedeutung den langfristigen Bankkredit. Der Anteil der Führungskräfte, die dem Instrument Asset Backed Securities (ABS) eine mindestens ebenso große Bedeutung beimessen, steigt von derzeit 16,7 Prozent auf künftig 26,6 Prozent. Damit verzeichnen ABS-Finanzierungen die höchste Zuwachsrate. Dies zeigt, dass deutsche Unternehmen zunehmend bereit sind, alternative Finanzierungsinstrumente einzusetzen.

Qualitative Interviews belegen Handlungsbedarf Neben quantitativen Bewertungen enthält die Studie ergänzende qualitative Interviews zur Praxis der Unternehmensfinanzierung mit Finanzexperten und Unternehmern. Diese zeigen, dass viele deutsche Unternehmen derzeit unter starkem finanziellen Druck stehen. Sie benötigen keine langfristigen Kredite, sondern sofort wirksame Lösungen, die kostengünstig Liquidität schaffen. Damit steigt auch der Qualifizierungsbedarf für deutsche Unternehmen. Denn der Finanzdirektor muss künftig nicht nur die Beziehungen zur Bank pflegen, sondern auch zu vielen anderen Finanzdienstleistern, die mit anderen Partituren arbeiten.

Die Studie Die stille Revolution wurde zusammen mit TNS EMNID und dem Lehrstuhl für Finanz- und Bankwirtschaft der Universität Augsburg als Teil des „Future Panel“ von Siemens Financial Services durchgeführt. Diese Initiative beschäftigt sich in unregelmäßigen Abständen mit aktuellen Themen rund um die Zukunft der Finanzdienstleistungen.

Weitere Informationen zu der Studie erhalten Sie bei: Frau Anke Buchhardt-Brillen, Ad Hoc Gesellschaft für Public Relations GmbH, Fried-rich-Ebert-Str. 65, 33330 Gütersloh, Telefon 05241-9039-37.

Siemens Financial Services (SFS), München, bietet mit mehr als 1.300 Mitarbeitern in 30 Ländern eine breite Palette von Finanzdienstleistungen. Diese reicht von der Absatz- und Investitionsfinanzierung über Treasury-Services bis hin zum Fondsmanagement und Versicherungsleistungen. SFS ist einer der drei größten europäischen Anbieter im Markt für Equipmentfinanzierungen. Kunden der SFS sind heute vor allem weltweit operierende Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie öffentliche Auftraggeber.

Erhebungsdaten zur repräsentativen Studie „Die stille Revolution“ Das traditionsreiche Institut TNS EMNID befragte im Auftrag von Siemens Financial Services 690 Führungskräfte aus Unternehmen in allen wichtigen Branchen der deutschen Wirtschaft, die mehr als 50 Millionen EUR umsetzen oder mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen. Basis der Studie bildete ein sechsseitiger Fragebogen mit insgesamt 68 geschlossenen und drei offenen Fragen. Der qualifizierte Adresspool für die Studie wurde von AZ Bertelsmann Direct in Gütersloh zusammengestellt. Befragt wurden Manager der ersten und zweiten Führungsebene, hauptsächlich aus dem Finanzbereich.

| Für die Wirtschafts und Finanzpr

Weitere Berichte zu: Bankkredit EMNID Financial Leasing SFS TNS Unternehmensfinanzierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

IWOLIA: A conference bringing together German Industrie 4.0 and French Industrie du Futur

09.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics