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Vorklinische Studie testet neue Therapieansätze in der Leber

06.08.2007
Die Gentherapie ist ein junges Gebiet der molekularen Medizin. Sie basiert auf das Einschleusen von DNA Sequenzen mit therapeutischer Wirkung in die Zielzelle oder das Zielorgan.

Klinische Studien, in denen gentechnisch veränderte Viren zum Einsatz kamen, haben bereits erste Erfolge erzielt. Unter anderem wurden Patienten mit einer ernsthaften angeborenen Immundefizienz erfolgreich behandelt. Allerdings hat sich in den letzen Jahren herausgestellt, dass die Gentherapie auch Nebenwirkungen haben kann, die zumindest teilweise kausal auf die eingesetzten Genfähren und deren DNA Sequenzen zurückzuführen sind.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen alternative und signifikant verbesserte virale Genfähren entwickelt und getestet werden. Insgesamt glauben wir, dass die im Rahmen dieses Projektes entwickelten biomedizinischen Werkzeuge einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung alternativer Therapiestrategien in der Leber leisten werden.

Die Hämophilie ist eine Erbkrankheit, bei der sich der Defekt in der Leber auf die Blutgerinnung auswirkt. Hämophilie Patienten haben verlängerte Blutgerinnungszeiten und leiden an spontanen Blutungen, die erhebliche Beschwerden verursachen können. Derzeitige Therapien basieren darauf, dass dem Patienten der fehlende Blutgerinnungsfaktor regelmäßig appliziert wird. Ein Risiko dieser Therapie ist die potentielle Immunantwort gegen das injizierte Fremdprotein. Auch die hohen Kosten der Behandlung sind nicht zu unterschätzen.

Die auf das Zielorgan Leber gerichtete virale Gentherapie bietet eine Alternative zu anderen therapeutischen Ansätzen. Thema dieser Arbeit ist die vorklinische Prüfung neuer, auf Adenoviren und Adeno-assoziierten Viren beruhender Gentransfervektoren in Tiermodellen für die Hämophilie. Ziel ist die lebenslange endogene Bildung des fehlenden Blutgerinnungsfaktors ohne Nebenwirkungen.

Wir werden im Rahmen dieses Projektes (1) neue Hybridvektoren entwickeln, die zur somatischen Integration der Genexpressionskassette führen. In einem weiteren Schritt werden neue Transfervehikel (2) auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit in Mäusen getestet und (3) anschließend in einem Hundemodell für Hämophilia B evaluiert.

Neben der Entwicklung neuer Therapieansätze für genetische Erkrankungen, könnte auch ein Beitrag für die Behandlung von anderen Lebererkrankungen geleistet werden.

Kontakt:
Dr. Anja Ehrhardt, München
Tel: +49 89 51605270, Fax: +49 (89) 51605292,
E-mail: ehrhardt@mvp.uni-muenchen.de, homepage: http://www.mvp.uni-muenchen.de/Ehrhardt-lab.307.0.html?&L=2%29

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 100.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de
http://www.mvp.uni-muenchen.de/Ehrhardt-lab.307.0.html?&L=2%29

Weitere Berichte zu: DNA Gentherapie Hämophilie Sequenz Therapieansatz

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