Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roland Berger Studie zu Diversifikation

03.08.2007
Bereitschaft der Unternehmen wächst, Akzeptanz der Kapitalmärkte nimmt zu

Unternehmen setzen wieder verstärkt auf Diversifikation. Auch die Kapitalmärkte zeigen vermehrt Verständnis für Konglomerate. Dies sind die Ergebnisse einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants. Die Strategen haben dazu die Entwicklung der 1.200 größten Unternehmen weltweit zwischen 1995 und 2004 untersucht.

Demnach beeinflusst der Diversifikationsgrad weder ROS (Return on Sales, Umsatzrendite) noch ROCE (Return on Capital Employed, Rendite für investiertes Kapital) signifikant. Auch wachsen 80 Prozent der diversifizierten Firmen in Umsatz und Gewinn (gegenüber 73 Prozent der fokussierten).

Die untersuchten Firmen stammen zu 44 Prozent aus Europa, 33 Prozent aus den USA und 23 Prozent aus Japan. Etwas mehr als die Hälfte erwirtschaften einen Umsatz zwischen 10 und 100 Milliarden Euro pro Jahr. Auf Basis dieser Analyse haben die Berater 39 Unternehmen in Deutschland befragt, die diese Trendumkehr von der Fokussierung bestätigen: Die Firmen zeigen sich zunehmend bereit, Geschäftsfelder außerhalb ihres Kerngeschäfts zu erschließen. Und die Kapitalgeber unterstützen dies. Über den Erfolg der Diversifikation entscheiden vor allem die sorgfältige Auswahl und konsequente Integration neuer Geschäftsfelder.

Diversifikation versus Fokussierung - der Fokussierungstrend der vergangenen Jahre scheint sich wieder umzukehren. Der Grund: Unternehmen müssen profitabel wachsen, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Der Roland Berger Studie "Diversifikation - aber richtig!" zufolge gelingt es allerdings nur noch 28 Prozent der untersuchten Unternehmen ohne Verdrängung, Preiskampf und Übernahmen ausschließlich mit dem Kerngeschäft ausreichend Gewinn zu erzielen.

49 Prozent wachsen primär, indem sie Wettbewerbern Marktanteile abtrotzen. "Diese Wachstumsschwäche veranlasst Unternehmer, sich zukunftsträchtige Geschäftsfelder außerhalb des Kerngeschäfts zu suchen", sagt Hauke Moje, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants und Autor der Studie. "Diversifikationsstrategien werden für Unternehmen wieder attraktiv", erklärt Moje. Laut Befragung haben mehr als 80 Prozent der Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren diversifiziert.

Investoren finanzieren Diversifikation

Aus der Unternehmensbefragung geht auch hervor, dass Investoren, insbesondere Großaktionäre, Eigentümerfamilien und Private-Equity-Gesellschaften zunehmend bereit sind, Diversifikationsstrategien zu finanzieren. Kleinaktionäre und Banken zeigen sich hier hingegen restriktiver. "Die Investoren stellen hohe Anforderungen", weiß Unternehmensstratege Moje. "Sie erwarten in den neuen Geschäftsfeldern eine Gewinnmarge (EBIT) von rund 15 Prozent, und zwar innerhalb von vier bis fünf Jahren." 55 Prozent der befragten Unternehmen konnten dabei sogar einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaften. Lediglich 21 Prozent sahen ihre Renditeerwartung im neuen Geschäftsfeld nicht erfüllt.

Entscheidungskriterien für Diversifikation

"Bei aller Diversifikationsfreude achten die Unternehmen vermehrt auf einen strukturierten Auswahlprozess mit klar definierten Kriterien", erläutert Moje. Knapp 80 Prozent der Studienteilnehmer nutzen Benchmarking und Branchenanalysen, um neue Geschäftsfelder zu eruieren. Über ein Drittel der Befragten folgen aktuellen Markttrends und 28 Prozent entscheiden mit Hilfe von Industrieexperten über den Einstieg ins neue Geschäftsfeld.

Um Zielbranchen zu definieren, verwenden Unternehmen unterschiedliche Filtermechanismen. Die Studie nennt fünf wesentliche Prüfsteine: Der Grundwertefilter schließt im ersten Schritt Geschäftsfelder mit schlechtem Image aus. Der Marktfilter wägt zweitens Komponenten der jeweiligen Marktsituation ab. Marktreife, durchschnittliche Marktrendite und Wettbewerbsstruktur sind die wichtigsten Kriterien, hingegen spielen der staatliche Einfluss sowie konjunkturelle Einflüsse eine eher untergeordnete Rolle. Der strategische Filter prüft drittens, inwieweit Kernkompetenz ins neue Geschäftsfeld transferiert werden kann. Alle befragten Unternehmen bewerten diese Voraussetzung als "sehr wichtig". Kundenstruktur und Personalintensität der Zielbranche sind beim strategischen Filter weniger relevant. Der regionale Filter durchleuchtet viertens etwa die politische Stabilität der Zielregion. Investoren meiden Standorte mit zu hohen politischen Risiken. Im fünften Filter nennen die befragten Unternehmen weitere Bewertungskriterien. An erster Stelle steht Mitarbeiterqualifikation, gefolgt von staatlicher Förderung und Größe des Transaktionsprojekts.

Nach zentralem Durchgriff: dezentrale Führung

Haben sich Unternehmer für ein neues Geschäftsfeld entschieden, gilt es, dieses richtig zu integrieren. Dazu raten die Unternehmer, das neue Geschäft in den ersten Jahren der Integration zentral zu führen. Langfristig favorisieren sie jedoch eine dezentrale Aufstellung. "Die richtige Balance zwischen zentralem Durchgriff und dezentraler Flexibilität entscheidet am Ende über den Erfolg", sagt Hauke Moje.

Die gesamte Studie schicken wir Ihnen bei Interesse gerne zu. Einfach Mail an ramerstorfer@tsp.at .

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 33 Büros in 23 Län-dern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.700 Mitarbeiter haben im Jahr 2006 einen Honorarumsatz von rund 555 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 140 Partnern.

Weiter Informationen:
Roland Berger Strategy Consultants
Mag. Matthias Sturm
Marketing- & PR-Advisor
Freyung 3/2/10
1010 Wien
Tel. +43-1-536 02-110
E-Mail: matthias_sturm@at.rolandberger.com

Mag. Matthias Sturm | Roland Berger Strategy Consultan
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Berichte zu: Diversifikation Filter Geschäftsfeld

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie