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Studie in Ost- und Westdeutschland zu beruflichen Allergierisiken - Langzeitstudie soll Vorbeugung zugute kommen

31.07.2007
Allergische Erkrankungen betreffen heute in Deutschland jedes vierte Kind und jeden dritten Erwachsenen. Die Betroffenen leiden massiv unter den Symptomen, die Kosten für die Gesellschaft sind enorm.

Hinzu kommen gesundheitliche Probleme im Beruf: Bei einem Drittel der Jugendlichen, die ihre Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen, sind Probleme der Haut und der Atemwege die Ursache. Etwa 88% der Berufsabbrüche aufgrund von allergischen Erkrankungen und Asthma erfolgt bereits in der Ausbildung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sieht deshalb die Notwendigkeit, Jugendliche beim Einstieg in das Berufsleben besser zu beraten und so langfristig Ausbildungsabbrüche zu verhindern sowie durch gezielte Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz das Neuauftreten von Asthma und Allergien wirksam zu senken. Mit diesem Ziel finanziert das Ministerium seit dem Jahr 2000 entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen.

Seit 1995/96 geht ein Team aus Mitarbeitern des Dr. von Haunerschen Kinderspital und der Arbeits- und Umweltmedizin in München, der Kinderklinik der TU Dresden sowie der Epidemiologie in Ulm den Ursachen und Folgen des erneuten Auftretens von Allergie und Asthma genauer auf den Grund:

Die Studie begann an Schülerinnen und Schülern der damals 4. Klasse in München und Dresden. Von mehr als 6000 Eltern wurde damals ein Fragebogen ausgefüllt und mehr als 4000 Kinder wurden von Ärzten auf Asthma und Allergien untersucht. Wichtiges Ergebnis von damals, so die Studienleiterin Prof. Dr. Erika von Mutius vom Dr. von Haunerschen Kinderspital, war die Beobachtung, dass Kinder aus München deutlich häufiger unter Asthma und Allergien litten als die gleichaltrigen Schüler aus Dresden.

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Als die gleichen Teilnehmer 2002/03 von dem Studienteam nochmals befragt wurden, war dieser Unterschied nicht mehr feststellbar: 14 Jahre nach der Wiedervereinigung berichteten die dann 16- bis 18-Jährigen Jugendlichen aus Dresden ebenso häufig über Allergien und Asthma wie die Münchner Jugendlichen. Insgesamt gaben 41% der Jugendlichen zum Zeitpunkt der Untersuchung so genannten „Heuschnupfen“ an, 12% hatten von einem Arzt schon einmal eine Asthmadiagnose erhalten. Während im Kindesalter die Jungen häufiger unter Asthma und Allergien litten, waren es im Jugendalter vor allem die jungen Frauen. Der wichtigste Risikofaktor für das Neuauftreten von Atemwegsbeschwerden war dabei schon in diesem jungen Alter das Aktivrauchen. Je früher mit dem Rauchen begonnen wurde und je mehr geraucht wurde, umso häufiger traten Beschwerden auf. Zum Zeitpunkt dieser zweiten Untersuchung, die die Kurzbezeichnung SOLAR trägt, standen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Beginn ihrer Ausbildung bzw. am Ende der Schulzeit.

Jetzt soll - mit weiterer Unterstützung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales - erforscht werden, wie sich allergische Erkrankungen während der Ausbildung und im weiteren Berufsleben entwickeln. Deshalb werden alle Teilnehmer von 2002/03 in den nächsten zwei Jahren noch einmal angeschrieben und gebeten, erneut an SOLAR – der Studie in Ost- und Westdeutschland zu beruflichen Allergierisiken - teilzunehmen. Neben der Befragung werden die Teilnehmer in die Untersuchungszentren in München und Dresden eingeladen und erhalten dort eine komplette allergologisch-pneumologische Diagnostik. Die Befunde bekommen die Teilnehmer gleich mitgeteilt, außerdem gibt es als kleines Dankeschön einen Einkaufsgutschein im Wert von 20,- Euro. Aus diesen Daten wollen die Wissenschaftler wichtige Erkenntnisse über den Verlauf von Allergischen Erkrankungen zu erhalten und so langfristig effektive Präventionsmaßnahmen entwickeln.

Die ersten Fragebögen wurden in München am 18.07.07 verschickt, Dresden startet in der ersten Augustwoche. Das Untersuchungsteam hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Wir wollen möglichst alle 3055, die sich bei der letzten Untersuchung mit einem erneuten Kontakt einverstanden erklärt haben, zur Teilnahme motivieren, um wirklich aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen“, so die Studienkoordinatorin Frau Professor Dr. Katja Radon aus München. Teilnehmer, die seit der letzten Untersuchung umgezogen sind, sollten sich unter der neuen Adresse beim Untersuchungsteam melden, damit die Studie möglichst umfassend beendet werden kann.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Katja Radon, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Universität München, Tel. 089-5160-2372; muenchen@solar-deutschland-2.de

Anja Schulze | Universität München
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de

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