Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vattenfall beschert Image-GAU für die Energiewirtschaft Siemens und Telekom

26.07.2007
Monatliche Branchen- und Unternehmens-Rankings:
alle vier Wochen im Mediaskop/economics der Universität Hohenheim

Die Pannenserie in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel haben nicht nur dem Betreiber Vattenfall massiv geschadet: Der Image-GAU strahlt auf die gesamte Energiebranche ab, die wegen ihrer Preispolitik ohnehin unter öffentlichem Druck steht. Zu diesem Ergebnis kommt Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Frank Brettschneider in der aktuellen Ausgabe des Mediaskop/economics der Universität Hohenheim. Mit einem negativen Bild in der Öffentlichkeit kämpft demnach auch die Deutsche Bahn, wo die anhaltende Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL maßgeblich) zum Imageschaden beitragen. Siemens und die Deutsche Telekom konnten sich hingegen nach einem turbulenten Frühjahr aus der Schusslinie bringen.

Analysen wie diese sind Ergebnisse des neuen Mediaskop/economics der Universität Hohenheim - einem Gemeinschaftsprodukt des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Dr. Frank Brettschneider mit dem internationalen Institut für Media Intelligence, Media Tenor. Als Trendmesser für Wirtschaftsthemen und ihre Top-Repräsentanten listet das Hohenheimer Mediaskop die Häufigkeit und die Tendenz der Medienimages von Unternehmen und Branchen, ermittelt die Top-Ten der Wirtschaftsrepräsentanten und rankt die führenden Wirtschaftsthemen. Dabei stützt sich das Mediaskop/economics auf die tagesaktuelle Auswertung von 37 Leitmedien - von der Tageszeitung bis zum Nachrichtenjournal.

Branchen im Juni (Anlage Bra0607)

Das Negativ-Image des Kernkraftbetreibers Vattenfall sei jedoch nicht nur auf die Pannen in den beiden Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel zurückzuführen. "Auch die dilettantische Informationspolitik gegenüber der Öffentlichkeit hat zu dem massiven Image-Schaden beigetragen", urteilt Prof. Dr. Brettschneider. Die Entlassungen des Top-Managements sei daher nur konsequent gewesen; ob sie die Probleme zu lösen vermögen, werde die Zukunft zeigen. Der Aufbau eines positiven Images werde jedenfalls geraume Zeit in Anspruch nehmen. "Images sind schneller zerstört als aufgebaut", so Prof. Dr. Brettschneider. "Wenn wir bei Vattenfall die Anzahl aller positiven Aussagen mit der Anzahl aller negativen vergleichen, bleibt fast nur negative Berichterstattung übrig". In der Summe kommt der Energiekonzern auf einen Saldo von -81,5 Prozentpunkte.

Unternehmen im Juni (Anlage Unter0607)

Die Sorgenkinder des Monats Mai zeigten sich laut Brettschneiders Analysen im Juni erholt: Telekommunikation, Elektro und Luftfahrt. Vor allem die Deutsche Telekom, Siemens und EADS/Airbus hätten weniger Anlass für Negativschlagzeilen als im Vormonat geboten. Die Elektrobranche habe zudem vom Verkaufsstart des iPhone von Apple profitiert.

Wirtschaftliche und soziale Lage im Juni (Anlage Lage0607)

Über die wirtschaftliche Lage in Deutschland (blauer Balken) werde nach wie vor häufiger berichtet als über die soziale Lage (roter Balken). Die Wirtschaftslage sei im Juni negativer dargestellt als im Mai (blaue Linie). Über die soziale Lage werde weiterhin deutlich negativ berichtet. "Nach Einschätzung der führenden Massenmedien ist der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland nach wie vor noch nicht in allen Bevölkerungsschichten spürbar", zitiert Prof. Dr. Brettschneider. Vor allem Hartz IV-Empfänger würden nach wie vor nicht von der günstigen Konjunktur profitieren.

Alle Infos und ausführliche Auswertungen : www.uni-hohenheim.de/mediaskop

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim, Fachgebiet Kommunikationswissenschaft

Tel.: 0711 459-24030 oder -22870, E-Mail: frank.brettschneider@uni-hohenheim.de

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/mediaskop

Weitere Berichte zu: Image Image-GAU Mediaskop/economics Vattenfall Wirtschaftsthema

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften