Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksame MS-Therapie mit Interferon überzeugt FDA

26.03.2002


Zum ersten Mal ist es jetzt einem Konkurrenzpräparat gelungen, den Orphan-Drug-Status eines Medikamentes aufgrund besserer Wirksamkeit zu durchbrechen. Interferon beta-1a (Rebif(R)) von Serono zur Behandlung der Multiplen Sklerose erwies sich in einer Studie wirksamer als Interferon beta-1a (Avonex(R)) von Biogen. Dies erklärte Dieter Jebing, Senior Vice-President, Europe Region, Serono Pharma GmbH, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Wochenende in München.

Der "orphan drug act" bietet Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen in den USA seit 1983 Schutz und Erleichterungen bei der Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten zur Behandlung seltener Erkrankungen. Insbesondere dürfen Konkurrenzpräparate über einen Zeitraum von sieben Jahren nicht vertrieben werden, wenn sie nicht ihre Überlegenheit beweisen können. Seit der Verabschiedung des "orphan drug act" sei rund 900 mal der Orphan-Drug-Status ausgesprochen und rund 220 mal eine entsprechende Zulassung erteilt worden, berichtete Dr. Hans-Joachim Obert, Direktor Medizin Deutschland und Österreich, Serono Pharma GmbH. Damit ließen sich mittlerweile 550 Krankheiten behandeln. Zu einer Aufhebung des Orphan-Drug-Status kam es bislang 27 mal wegen überlegener Verträglichkeit eines neuen Medikamentes und 53 mal wegen überlegener Handhabbarkeit. Aber noch nie zuvor wurde das alleinige Vermarktungsrecht wegen der überlegenen Wirksamkeit einer anderen Substanz aufgehoben. Dies sei jetzt zum ersten Mal geschehen aufgrund einer direkten Vergleichsstudie von Rebif(R) und Avonex(R).

In der sogenannten EVIDENCE-Studie konnte gezeigt werden, dass rund 75 Prozent der Patienten, die mit Rebif(R) behandelt wurden, während der 24-wöchigen Untersuchungszeit keinen neuen Krankheitsschub erlitten. Bei Avonex(R) war dieser Anteil geringer und lag bei 63 Prozent. Die nun von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA veröffentlichten Daten zeigen, dass dieser Unterschied auch in einer Nachbeobachtungsphase von weiteren 24 Wochen erhalten blieb. Von den mit Rebif(r) behandelten Patienten blieben während der 48-wöchigen Beobachtung 62 Prozent frei von Schüben, verglichen mit 52 Prozent unter der Behandlung mit Avonex(R). Dieser Unterschied sei für den Patienten insofern von Bedeutung, als jeder Schub zu einem Fortschreiten der Krankheits- und Behinderungssymptomatik beitrage, so Prof. Dr. Peter Rieckmann, Leiter der Klinischen Forschungsgruppe für Multiple Sklerose und Neuroimmunologie an der Universität Würzburg: "Was einmal an Hirn- und Nervensubstanz verloren ist, kann nach dem heutigen Wissensstand nicht wiederhergestellt werden." Demgegenüber eröffne eine frühzeitige Interferon beta-Therapie, die hoch dosiert und dreimal wöchentlich gegeben wird, die Chance, der Krankheit einen Schritt voraus zu sein.

Martin Wiehl | ots

Weitere Berichte zu: Avonex FDA Interferon Multiple Sklerose Orphan-Drug-Status Serono

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie