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Forscher als Unternehmer

26.03.2002


Wissenschaftliches Potenzial und gute Ideen allein bringen noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Deutsche Life-Science Unternehmen müssen ihr Management in betriebswirtschaftlicher Hinsicht stark aufstocken. Aus Mangel an qualifiziertem Personal übernehmen die Geschäftsführer wichtige Bereiche wie Controlling, Vertrieb und Marketing in Personalunion: keine Dauerlösung, um die Erwartungen in diesen aufstrebenden Markt zu erfüllen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer Studie der Kommunikationsberatung Maisberger und Partner, München, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Venture Capital Gesellschaft durchgeführt wurde. Mit der Studie "Biotech Business: Wissenschaftler entdecken das Management" zeigt Maisberger & Partner, dass die 132 befragten deutschen Life-Science Unternehmen die Grenzen ihrer Vorgehensweise erkannt haben und bereits Schritte in Richtung Professionalisierung geplant sind. Outsourcing von Marketingaktivitäten und Coaching durch externe Dienstleister sind ein erster Ansatz für schnelle Lösungen.

Rascher Handlungsbedarf

Führungskräfte von Life Science Unternehmen stehen durch das fehlende Personal und die Erwartungen der Kapitalgeber unter immensem Druck. Trotzdem nehmen sie die Möglichkeiten, Aufgaben nach außen zu verlagern, noch nicht genügend wahr. Ganz oben im Ranking steht die Vermarktung von Produkten. Obwohl viele Unternehmen erkannt haben, dass ihnen der Blick für den Markt fehlt, setzt nur ein knappes Fünftel betriebswirtschaftlich orientierte Berater und Dienstleister für Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung und Werbung ein.

Trend zur Netzwerkbildung

Partnerschaften zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Life-Science Branche. Schon heute kooperieren über 70% der Befragten mit anderen Unternehmen und weitere 23,6 Prozent streben dies an. Vor allem in der Produktentwicklung (73 Prozent) und in der Forschung (rund 67 Prozent) haben sich Netzwerke gebildet. 60 Prozent der Unternehmen haben bereits Vertriebskooperationen geschlossen. Auch bei diesen wichtigen strategischen Entscheidungen nehmen nur 16 Prozent externe Beratung in Strategie oder Organisation in Anspruch. Dabei könnte sich die Branche zum Arbeitsmarkt der Zukunft entwickeln: sobald die Unternehmen die Verknüpfung ihrer wissenschaftlicher Expertise mit kaufmännischem Know-How gemeistert haben.

Patrizia Mühlbauer | ots

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